Neuinfektionen

Verwirrung um Inzidenz: Landkreis und RKI nennen unterschiedliche Corona-Zahlen für Waldeck-Frankenberg

Ein Mitarbeiter eines Testzentrums nimmt Corona-Tests aus einem Karton.
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Am Wochenende hat auch der Landkreis Waldeck-Frankenberg den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten.

Unterschiedliche Corona-Zahlen für den Landkreis Waldeck-Frankenberg haben am Wochenende für Verwirrung gesorgt: Während der Landkreis am Samstag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50,3 meldete, nannte das Robert-Koch-Institut (RKI) einen Wert von 46,7.

  • Waldeck-Frankenberg hatte nach Angaben des Kreises am Samstag die kritische Schwelle von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten: Die Inzidenz lag bei 50,3.
  • Nach den Zahlen des Robert-Koch-Institutes (RKI) hätte der Landkreis Waldeck-Frankenberg die nächste Eskalationsstufe noch nicht erreicht.
  • Ein Grund für die Unterschiede ist der Zeitpunkt der Datenübermittlung.

Waldeck-Frankenberg – Noch weiter klafften die Angaben am Sonntag auseinander: Der Landkreis verzeichnete einen weiteren Anstieg auf 51,2, das RKI einen Rückgang auf 42,2. Der Inzidenz-Wert hat dabei eine besondere Bedeutung: Überschreitet er eine bestimmte Schwelle, kann der Landkreis schärfere Corona-Maßnahmen erlassen.

Waldeck-Frankenberg hatte nach Angaben des Kreises am Samstag die kritische Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Das hatte unter anderem striktere Kontaktbeschränkungen und ein Alkoholverbot in Restaurants und Kneipen ab 23 Uhr zur Folge. Nach den Zahlen des RKI hätte der Landkreis die nächste Eskalationsstufe noch nicht erreicht, die Maßnahmen wären nicht gerechtfertigt gewesen.

Die Unterschiede könnten unterschiedliche Gründe haben, erklärt Ann-Katrin Heimbuchner, Sprecherin des Landkreises auf Nachfrage unserer Zeitung: „Zum einen werden die Daten der unterschiedlichen Stellen nicht immer exakt zur gleichen Tageszeit aktualisiert. Zum anderen können unter anderem auch bei der Übermittlung der Daten an den unterschiedlichen Stellen Verzögerungen entstehen.“

Landkreis Waldeck-Frankenberg erfasst Laborbefunde mit Eingangsdatum

Der Landkreis erfasst alle positiven Fälle mit dem Eingangsdatum des Laborbefundes. Diese werden in der Statistik dem Tag zugeordnet, an dem sie eingehen. „Die Laborbefunde treffen nahezu rund um die Uhr ein. Spät eingehende Befunde können erst am Folgetag mit dem jeweiligen Meldedatum in die Statistik aufgenommen werden“, sagt Heimbuchner.

Zahlen des Landkreises bilden Infektionsgeschehen in Waldeck-Frankenberg ab

Der Landkreis übermittelt mehrmals am Tag seine aktuellen Daten an das Land Hessen und das Robert-Koch-Institut. Auch hier werden spät eingetroffene positive Fälle gegebenenfalls erst am Folgetag in die Statistiken eingepflegt. Heimbuchner: „Im Vergleich zu den Zahlen des Landkreises können die Infektionszahlen des Landes und des RKI daher niedriger ausfallen – was dann auch die Berechnung der Sieben-Tage-Inzidenz beeinflussen kann.“ Maßgeblich seien aber die Zahlen des Landkreises: Sie bildeten das tagesaktuelle Infektionsgeschehen in Waldeck-Frankenberg ab.

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