Agentur für Arbeit, Kreishandwerkerschaft sowie Industrie- und Handelskammer ziehen Bilanz

Viele Ausbildungsstellen unbesetzt

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Zogen Bilanz des abgelaufenen Ausbildungsjahres: Gerhard Brühl, Gerlinde Meyer und Andreas Fischer (IHK Schwalm-Eder), Jürgen Altenhof (Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder), Dr. Peter Sacher und Uwe Kemper (v. l.). Foto: Marianne Dämmer

Waldeck-Frankenberg - Ein Plus an Bewerbern und Ausbildungsstellen meldet die Agentur für Arbeit Korbach für das abgelaufene Ausbildungsjahr.

In Waldeck-Frankenberg wurden 1315 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet, 202 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Bewerber lag bei 1323, 118 mehr als 2013. Die meisten Azubis wurden in der Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung gesucht (852), für kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb und Tourismus (595) sowie in Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht und Verwaltung (373).

Die Mitglieder des Ausbildungspaktes zogen gestern Bilanz des Ausbildungsjahres 2013/2014 - außer der Agentur für Arbeit zählen die Kreishandwerkerschaften und die Industrie- und Handelskammer-Service-Zentren (IHK) der Landkreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder dazu. Obwohl es mehr Stellen und Bewerber gab, seien nicht mehr Stellen besetzt worden, sagte Uwe Kemper, Leiter der Agentur für Arbeit: „Die Idealvorstellungen von beiden Seiten passen nicht immer zusammen.“ Als besorgniserregend wertete er, dass Eltern, die großen Einfluss auf die Berufswahl ihrer Kinder hätten, kaum für Informationen erreichbar seien: „Bei der Vielzahl von Berufen, die es inzwischen gibt, ist das bedauerlich. Den Jugendlichen entgehen dadurch Chancen“, sagte Kemper.

Unter den Arbeitgebern herrsche Unzufriedenheit, weil es noch viele unbesetzte Stellen gebe, erklärte Gerhard Brühl, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg. Nach wie vor gebe es bei den Schülern den Trend zur Akademisierung. Dabei werde verkannt, dass eine duale Ausbildung ebenfalls gute Karrierechancen und Verdienst biete. „Und das Handwerk ist zukunftssicher.“ Er rät den Betrieben, sich über Praktika und ein besseres Ausbildungsmarketing frühzeitig an junge Menschen zu binden. Hauptschülern müsse klar werden, dass sie Chancen hätten und Betrieben sei aufzuzeigen, dass es begleitende Hilfen gebe. Gleichzeitig sollten sich die Gymnasien öffnen für eine neutrale Berufsorientierung. Das betonte auch Dr. Peter Sacher, Leiter der IHK Waldeck-Frankenberg. „30 Prozent der Studenten brechen ihr Studium ab. Für sie wäre eine duale Ausbildung vielleicht besser gewesen.“ Die IHK sei dabei, jedes Medium einzubinden, um die Jugendlichen zu erreichen.

Dabei verwirre aber der „Dschungel an Möglichkeiten“ auch mitunter, merkte Kemper an, dass die Mitglieder des Ausbildungspaktes Informationen weiter bündeln müssten. (md)

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