Niveau von vor der Pandemie noch nicht wieder erreicht

Viele meiden noch Bus und Bahn: Fahrgastzahlen in Waldeck-Frankenberg zurückgegangen

Das Busfahren mit Maske ist für viele Schüler längst normal geworden. Andere wiederum scheuen die Fahrt in vollen Bussen noch immer wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr.
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Das Busfahren mit Maske ist für viele Schüler längst normal geworden. Andere wiederum scheuen die Fahrt in vollen Bussen noch immer wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr.

Während die Infektionszahlen stark zurückgegangen sind, bewegen sich die Fahrgastzahlen bei öffentlichen Verkehrsmitteln noch lange nicht auf dem Niveau von vor der Pandemie. Auch in Waldeck-Frankenberg nutzen erheblich weniger Menschen die Angebote des ÖPNV.

Waldeck-Frankenberg – Im Bereich des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) liegt die Nutzung nach Angaben des Unternehmens zurzeit bei umgerechnet 65 Prozent. Viele Menschen seien aufs Auto umgestiegen oder bewegten sich nun eher per Fahrrad oder zu Fuß fort. Das Auto ist nach wie vor das beliebteste Fortbewegungsmittel der Deutschen. Die Corona-Krise hat dies noch verstärkt. Das hat eine Umfrage des Umfrageinstituts Yougov im Auftrag der HUK Coburg ergeben. Nur 15 Prozent fahren demzufolge am liebsten Zug, zehn Prozent Bus. Der NVV betrachtet diesen Trend mit Sorge. „Die Verkehrswende in Nordhessen klappt nur, wenn die Menschen in der Region im öffentlichen Nahverkehr eine echte Alternative zum Auto sehen.“

Seit Beginn der Corona-Einschränkungen mit beispielsweise Kontaktbeschränkungen, Homeoffice und Schulschließungen gab es je nach Stärke der Lockdowns starke Schwankungen, berichtet Sabine Herms, Pressesprecherin des NVV. Die geringste Nachfrage war demnach im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 mit ungefähr nur 20 Prozent. Zurzeit steigen die Fahrgast-Zahlen langsam an. Spezielle Daten für Waldeck-Frankenberg – auch was zum Beispiel Freizeitfahrten in den Ferienort Willingen oder an den Edersee betrifft – gebe es nicht. Herms: „Jedoch ist unser Eindruck, dass Ausflüge in der Region mit den Lockerungen weiter zunehmen. Davon profitiert auch der ÖPNV.“

Für den NVV bedeute der Rückgang beim Verkauf von Fahrkarten für das Jahr 2020 ungefähr 16 Millionen Euro Verluste. Diese würden jedoch durch das Land Hessen und den Bund ausgeglichen. „Dieser ÖPNV-Rettungsschirm hilft uns für die Jahre 2020 und 2021 sehr, denn unser Interesse ist es, die Verkehrswende trotz Corona umzusetzen.“ Das heiße vor allem, dass die Angebote mit Bus und Bahn ausgeweitet und der Service verbessert werden sollen.

Derweil sind im Landkreis laut der Kreisverwaltung 40 zusätzliche Schulbusse unterwegs, damit die Busse nicht so voll sind. Wie viele Busse im nächsten Schuljahr fahren sollen, werde noch geklärt, heißt es auf Nachfrage.

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