Airbnb und Co.

Viele Online-Angebote für Zimmervermietung: Privat-Quartiere auch in Waldeck-Frankenberg im Trend

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Melanie Volpers aus Rhoden bietet privat über Airbnb Ferienwohnungen an - hier in ihrer Wohnung in Willingen

Hunderte Anbieter von Ferienwohnungen in Waldeck-Frankenberg nutzen mittlerweile das Online-Portal „Airbnb“. Gäste haben dort die Wahl zwischen überwiegend privaten Zimmern, Wohnungen und Häusern. Diese Plattform für Privat-Quartiere zählt weltweit zu den Marktführern, ist aber auch umstritten.

Waldeck-Frankenberg – Einen Grund für Kritik sehen Tourismus-Experten darin, dass für die privaten Unterkünfte weniger strenge Regeln gelten als für gewerbliche. Doch längst sind es nicht mehr nur einzelne freie Zimmer in privaten Wohnungen oder Häusern, die über das Internetportal angeboten werden. Oft sind es reine Ferienwohnungen. 

Auch das Gastgewerbe hat die Chancen entdeckt, die das Portal bringt. So hat beispielsweise die Göbels-Hotelgruppe, die mehrere Häuser im Landkreis und darüber hinaus betreibt, „Airbnb“ als zusätzlichen Vertriebskanal entdeckt, dem man sich nicht verschließen könne. Göbel bietet Ferienwohnungen über das Portal an. „Damit erreicht man eine Zielgruppe, die man mit den Hotels nicht erreicht“, sagte Markus Göbel, der für das operative Geschäft der gesamten Göbel-Hotelgruppe zuständig ist.

Ein Problem fürchtet Göbel jedoch für die Wohnungswirtschaft, denn bezahlbarer Wohnraum sei knapp, besonders in Großstädten.

"Airbnb" sinnvolle Ergänzung für Tourismus in Waldeck-Frankenberg

„,Airbnb’ kann als Problem gesehen werden, da längerfristig vermietbare Wohnungen dem Wohnungsmarkt entzogen werden“, sagt auch Klaus-Dieter Brandstetter von der Touristik Service Waldeck-Ederbergland. Das gilt ebenso für Ferienwohnungen, die auf anderen Wegen angeboten werden. Für den ländlichen Raum ist eine solche Plattform laut Brandstetter dennoch eine sinnvolle Ergänzung im Gastgewerbe.

Je mehr Gäste kommen, desto größer sei die Wertschöpfung für die Region, erklärt Claus Günther, Geschäftsführer der Edersee Touristic. Grundsätzlich sei es für die Urlaubsregion Edersee und Umgebung positiv zu bewerten, wenn möglichst viele Betriebe auf möglichst vielen Kanälen vertreten sind. Auffällig sei die hohe Qualität der angebotenen Unterkünfte. „Gerade im Privatsegment wird viel investiert“, stellt Claus Günther fest. Hochwertige Übernachtungsmöglichkeiten seien mehr und mehr gefragt. Vermieter könnten dadurch höhere Umsätze generieren. Günther macht einen Trend aus: „Hochpreisig wird am meisten gebucht.“

Über die Buchungsstrecke der Edersee Touristic auf edersee.com sind viele Unterkünfte buchbar, die darüber automatisch auf weiteren Internetportalen erscheinen, jedoch nicht bei „Airbnb“. „Vom Vertrieb her wäre das Portal interessant.“ Doch dafür müsste man – anders als bei anderen Plattformen – sämtliche Daten separat einpflegen. Dieser Aufwand sei zu groß. 

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