Vöhl, Lichtenfels, Waldeck, Edertal – Zusammenarbeit besiegelt

Vier Waldecker Kommunen arbeiten zusammen: Start für digitale Rathäuser

(vorn von links) die Bürgermeister Jürgen Vollbracht (Waldeck), Henning Scheele (Lichtenfels), Klaus Gier (Edertal) und Karsten Kalhöfer (Vöhl), (hinten von links) Erster Stadtrat Bruno Arlt (Waldeck), Erste Beigeordnete Reinhard Metka (Vöhl) und Werner Waid (Edertal), Vöhler Büroleiter Dirk Beckmann und der Lichtenfelser Verwaltungsfachmann Christopher Hansen.
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Ab jetzt gemeinsam beim OZG: (vorn von links) die Bürgermeister Jürgen Vollbracht (Waldeck), Henning Scheele (Lichtenfels), Klaus Gier (Edertal) und Karsten Kalhöfer (Vöhl), (hinten von links) Erster Stadtrat Bruno Arlt (Waldeck), Erste Beigeordnete Reinhard Metka (Vöhl) und Werner Waid (Edertal), Vöhler Büroleiter Dirk Beckmann und der Lichtenfelser Verwaltungsfachmann Christopher Hansen, der das Projekt für alle vier Kommunen steuert.

Offiziell besiegelt ist die interkommunale Zusammenarbeit zwischen den Kommunen Edertal, Lichtenfels, Vöhl und Waldeck bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG): Am Freitagmorgen trafen sich die vier Bürgermeister sowie die Ersten Stadträte und Beigeordneten in der Vöhler Henkelhalle, um ihre Unterschriften unter die Verträge zu setzen.

  • Die vier Kommunen Edertal, Lichtenfels, Vöhl und Waldeck arbeiten bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) zusammen
  • Start ist am 1. Januar 2021 - der Kooperationsvertrag läuft über fünf Jahre
  • Die vier Städte und Gemeinden können durch die Zusammenarbeit Kosten sparen und hoffen auch eine finanzielle Förderung

Edertal/Lichtenfels/Vöhl/Waldeck – In den vorangegangenen Wochen hatten alle vier Parlamente ihre Zustimmung zu der Kooperation gegeben.

Damit können die verhältnismäßig kleinen Kommunen sich die Kosten teilen, aber auch eine finanzielle Förderung für das Großprojekt beantragen, das sie laut OZG zu stemmen haben: Nach diesem Gesetz sollen Verwaltungen ihren Bürgern und Unternehmen alle Dienstleistungen, die derzeit vornehmlich noch über schriftliche Anlageverfahren laufen, in Zukunft auf digitalem Weg anbieten. Eigentlich soll der digitale Umbau bis Ende 2022 umgesetzt sein, das wird jedoch als unrealistisch angesehen. Der Kooperationsvertrag zwischen den vier Kommunen jedenfalls läuft über einen Zeitraum von fünf Jahren.

In allen vier Rathäusern gibt es einen Digitalisierungsbeauftragten, der sich vor Ort federführend um die Umsetzung des Projekts kümmert. Die Fäden laufen zusammen bei Christopher Hansen, der als Verwaltungsfachangestellter bislang im Bürgerbüro der Stadt Lichtenfels gearbeitet hat. Der 22-jährige hat die Aufgabe übernommen, zusammen mit den Digitalisierungsbeauftragten und Bürgermeistern das Projekt für alle vier Kommunen umzusetzen, er muss für saubere Schnittstellen sorgen und die digitalen Prozesse an die technischen Infrastrukturen anpassen, die in jedem Rathaus etwas anders sind – Prozess-Designer heißt das auf Neudeutsch, „viel IT-Arbeit“, erklärt Christopher Hansen. In Seminaren wird er auf die Aufgabe vorbereitet. Am 1. Januar 2021 startet er für das Rathaus-Quartett mit der neuen Arbeit, stellt sich bei den Kollegen vor und macht eine technische Bestandsaufnahme, fasst er zusammen.

Die vier Bürgermeister sind durchweg guter Dinge, dass die Umsetzung klappt. „Bei allem Zwang, der uns durch das Gesetz gegeben ist, wollen wir doch nicht vergessen, dass wir damit für den Bürger mehr Vorteile, mehr Komfort erreichen“, sagt der Vöhler Rathauschef Karsten Kalhöfer. Henning Scheele, Bürgermeister in Lichtenfels, lobt das unbürokratische Zusammenkommen der vier Kommunen: „Mit diesem Modell arbeiten wir zusammen und stärken doch die Eigenständigkeit unserer Städte und Gemeinden.“

Der Umgang miteinander sei „sehr zielstrebig“, hebt der Edertaler Bürgermeister Klaus anerkennend hervor. „Es lief von Anfang an rund“, lobt Bürgermeister Jürgen Vollbracht, der mit einem Rundbrief den Anstoß für erste Sondierungsgespräche gegeben hatte. „Ich habe seit langem mal wieder das gute Gefühl, dass es passt. Daraus lässt sich wirklich etwas machen“, sagt Waldecks Erster Stadtrat Bruno Arlt. „So muss es sein, dass alle an einem Strang ziehen“.

Von Marianne Dämmer

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