Expertin gibt Tipps für die Aussaat – Viel Licht und zwei Mal pikieren

Von Salat bis zur Tomate - Das ABC der Jungpflanzen-Anzucht

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Wer eine solch reiche Ernte einfahren möchte, muss auch auf die richtige Anzucht achten.

Vieles ist zu bedenken bei der Anzucht von Jungpflanzen. Wie sie erfolgreich gelingen kann, lehrt unter anderen die Diplom-Ingenieurin Carola Drüsedau für die Vhs Waldeck-Frankenberg.

Waldeck-Frankenberg – „Die gelungene Anzucht von kräftigen Jungpflanzen ist die Grundvoraussetzung für eine gute Ernte im Laufe des Jahres und bringt viel Freude an Gemüsepflanzen, Kräutern und Blumen“, weiß Carola Drüsedau. Sie ist Landschaftsgärtnerin, Obstgehölzpflegerin und Streuobstpädagogin aus Densberg (Jesberg) und leitete den vhs-Kurs "Jungpflanzen" in Bad Wildungen. 

„Ein Samen bringt alle Nährstoffe mit, die er für das Keimen und das Heranwachsen der ein bis zwei Keimblätter braucht“. Passende Temperatur, Wasser, ein Nährmedium und Licht müsse nun noch den Pflanzen angedeihen, damit der Start gelingen kann. Wer kein geheiztes Gewächshaus besitze, betreibe die Anzucht am besten auf der Fensterbank eines Südfensters. Grundsätzlich sei es wichtig, für ausreichend Licht zu sorgen, eventuell mit Hilfe eines Pflanzenlichts, „dann wachsen die Pflanzen auch kompakt“.

Salat und Kohlrabi mögen es kühler

Ansonsten würden sich die Bedürfnisse sich je nach Art unterscheiden. So sollten Salat und Kohlrabi zum Keimen nicht zu warm gestellt werden, „ihnen reichen 15 bis 18 Grad Celsius“, sagt die Expertin. Salat sei wie Petersilie, Sellerie, Thymian und Basilikum ein Lichtkeimer, der Samen dürfe also nicht mit Erde bedeckt, sondern nur leicht andrückt werden, damit der Samen guten Bodenkontakt erhält – und das Wässern nicht vergessen. Es sollte nicht so viel auf einmal ausgebracht, „sondern lieber stetig nachgesät werden“.

Tomaten brauchen hingegen mehr Wärme, um erfolgreich zu keimen – 20 bis 25 Grad Celsius seien optimal. Auch Paprika, Gurke, Aubergine und Basilikum mögen es zum Keinen warm, ideal seien 25 bis 28 Grad Celsius. Mitunter sei der Einsatz einer Wärmematte durchaus nützlich.

Höchste Zeit für Tomaten

Während Chilli und Paprika bereits ab Mitte Januar ausgesät werden sollten, weil sie eine lange Kulturdauer haben, reicht Ende März für Tomaten, wenn sie nach den Eisheiligen im Mai in das Gewächshaus gesetzt werden sollen.

Wichtig sei, den Pflanzen nicht nur genügend Licht, sondern auch regelmäßig Wind zukommen zu lassen: „Wenn die Pflanzen von Anfang an im Wind stehen, gehen sie auf das Dickwachstum über: Sie wachsen kräftiger, um dem Wind stand zu halten – so erhält man schöne, kompakte Jungpflanzen“, verrät Carola Drüsedau.

Carola Drüsedau lehrt an der Volkshochschule.

Sie selbst pikiert alle Pflänzchen grundsätzlich zwei Mal. Zum ersten Mal vereinzelt sie in etwas größere Töpfchen, wenn sich außer den Keimblättern noch zwei weitere Blätter zeigen. „Nun nutzt man auch schon eine Pflanzerde mit etwas mehr Nährstoffen“, erklärt die Gärtnerin.

„Die Topfgröße sollte der jeweiligen Pflanze angepasst sein“, betont die Expertin: Für Salat und Kohlrabi reichen Größen von vier mal vier mal vier Millimetern, für Gurken und Kürbisse sollte der Durchmesser acht Zentimeter betragen, für Tomatenpflanzen zehn Zentimeter.

Werden die Pflanzen zu groß für die Töpfchen, setzt sie die Jungpflanzen nochmals um und nutzt normal gedüngte Erde. Chili und Tomate düngt sie auch noch mal nach.

Später im Gewächshaus sollten die Tomaten fast komplett in den Boden gesetzt werden, „so entstehen mehr Wurzeln, es kommt zu einer besseren Nährstoffaufnahme und zum besseren Stand“, verrät die Expertin.

Die heimische vhs bietet weitere Gartenkurse an: Sie sind unter www.vhs-waldeck-frankenberg.de zu finden. (md)  

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