Afrikanische Schweinepest

Schweinehalter in Waldeck-Frankenberg besorgt wegen Tierseuche

Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks reinigen einen Laster mit der Desinfektionsanlage, die bei Tierseuchen eingesetzt werden kann. Archivfoto: Osterhold
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Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks reinigen einen Laster mit der Desinfektionsanlage, die bei Tierseuchen eingesetzt werden kann.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich weiter aus. In Brandenburg sind erste Hausschweinbestände betroffen. Daher sind auch die Schweinehalter in Waldeck-Frankenberg besorgt.

„Es drohen Handelsrestriktionen, und die Schweinepreise könnten weiter sinken“, sagt Matthias Eckel, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Frankenberg.

Die Seuche ist bei Wild- und Hausschweinen ansteckend und meist tödlich. Daher ist man auch in Waldeck-Frankenberg in Alarmbereitschaft. Ein Arbeitskreis ist mit dem Krisenmanagement und zunächst mit der Vorbeugung befasst. „Der Besucherverkehr in den Ställen muss leider eingeschränkt werden“, sagt Matthias Eckel. Denn die Krankheit, die für Menschen ungefährlich ist, verbreite sich vor allem über infiziertes Material und Kleidung.

Sandra Bergmann ,Vorsitzende Waldeckische Jägerschaft

Nun komme es darauf an, dass Schweinehalter eigenverantwortlich die Anforderungen zur Biosicherheit umsetzen. Das heißt, dass zum Beispiel auf Hygiene beim Betreten der Ställe geachtet werde. Für herkömmliche geschlossene Betriebe sieht Matthias Eckel keine große Bedrohung. „Das Problem ist hier die Freilandhaltung“, sagt er, auch wenn mit doppelten Zäunen Wildschweine fern gehalten werden sollen. „Die Landwirte sind sensibilisiert“, sagt Eckel. Schließlich kommt die Afrikanische Schweinepest seit mehreren Jahren immer näher.

Eine Schlüsselrolle bei der Vorbeugung spielen die Jäger, die mehr Schwarzwild schießen sollen. Der Landkreis hatte die Jagdsteuer Anfang des Jahres ausgesetzt. Das sei grundsätzlich ein Anreiz für eine intensive Bejagung, sagt Sandra Bergmann, Vorsitzende der Waldeckischen Jägerschaft. Doch seit dem 1. Juli fallen wieder Gebühren für die Trichinenschau (Untersuchung auf Parasiten) an. Das ist aus der Sicht der Jäger kontraproduktiv. Im Kreistag war argumentiert worden, dass die Abschusszahlen anders als erwartet nicht gestiegen seien. Sandra Bergmann erklärt das aber damit, dass im vergangenen Jahr schlichtweg weniger Wildschweine vorhanden gewesen und Gesellschaftsjagden unter Corona-Bedingungen etwas eingeschränkt gewesen seien.

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