Fachgespräch mit Organisationen für den Ernstfall

"Vorsichtsmaßnahme": Kreis rüstet sich vor Afrikanischer Schweinepest

Waldeck-Frankenberg. Es sei eine reine Vorsichtsmaßnahme: Der Landkreis Waldeck-Frankenberg rüstet sich vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Die hochansteckende Tierseuche, gegen die es keinen Impfstoff gebe, sei in Deutschland bisher noch nie aufgetreten, aber in Osteuropa.

Um bestmöglich gerüstet zu sein, hatte der Landkreis zu einem Fachgespräch eingeladen. Daran nahmen die Organisationen teil, die im Fall eines Ausbruchs in die Bekämpfung involviert wären: die Fachdienste Veterinärwesen, Landwirtschaft und Katastrophenschutz des Kreises sowie die Kreisbauernverbände, das Technische Hilfswerks, die Kreisjägerschaften und die Fleischerinnung.

Im Gespräch wurde zunächst die europäische Gesamtsituation beleuchtet: die Afrikanische Schweinepest breite sich in den Wildschweinbeständen der betroffenen Regionen in Osteuropa wie Polen, im Baltikum, Moldawien, Rumänien und Tschechien immer weiter aus. Auch Hausschweinebestände steckten sich dabei immer wieder an. 

In Europa kommt die Afrikanische Schweinpest auch auf der italienischen Insel Sardinien vor. Zahlreiche Nicht-EU-Länder sind betroffen – unter anderem Weißrussland, die Russische Föderation, die Ukraine, Georgien, Armenien, Aserbeidschan und verschiedene afrikanische Staaten. 

„Bisher ist die Tierseuche in Deutschland noch nicht ausgebrochen“, sagt Kreisbeigeordneter und Landwirtschaftsdezernent Friedrich Schäfer. „Um aber für einen Ausbruch bestmöglich gerüstet zu sein, bereiten wir uns sorgfältig auf den Ernstfall vor. Wildschweine bergen dabei ein hohes Übertragungsrisiko. 

„Deutschland gehört mit zwei Millionen Tieren weltweit zu den Ländern mit der höchsten Wildschweindichte“, erläutert der Leiter des Fachdienstes Lebensmittelüberwachung, Tierschutz und Veterinärwesen, Dr. Martin Rintelen. „Daher kann eine engmaschige Überwachung der Wildschweinbestände durch die Jägerschaft das Ausbruchsrisiko der Seuche verhindern.“

Auch eine Einschleppung über illegal entsorgte Lebensmittel auf Rastplätzen an Autobahnen ist ein möglicher Übertragungsweg. So sollte die Öffentlichkeit sensibilisiert werden, entsprechende Lebensmittel fachgerecht zu entsorgen. Im Rahmen des Fachgesprächs wurden auch die zu ergreifenden Maßnahmen für den Ernstfall besprochen. 

Dabei sei die Kommunikation zwischen den Behörden und Jägern besonders wichtig, betont Dr. Martin Rintelen: „Denn die Jagdpächter, -verpächter, Jagdaufseher und Kreisjagdberater haben den besten Überblick über die Bestände des Schwarzwilds und über deren Vorkommen.“ 

Zudem muss die Jägerschaft – neben den gesetzlich vorgeschriebenen Probennahmen bei erlegten oder verendeten Wildschweinen – jeden noch so kleinen Verdacht auf eine Infektion von Wildschweinen mit dem Virus sofort dem Veterinäramt melden. „Dies ist unerlässlich, um im Ernstfall die Weiterverbreitung der Krankheit einzudämmen.“ Denn: ein Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest ist nicht verfügbar und wird auch auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung stehen.

Rubriklistenbild: © dpa

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