Rezept-Tipps

Urlaubsträume auf dem Teller - Kulinarisches aus der Karibik

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Jerk Chicken – köstlich mit der würzigen Marinade. 

Kuba. Jamaika. Die Karibik. Die meisten Menschen dürften bei diesen Stichworten Fernweh bekommen. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Wie wär's mal mit Bananenbrot, gefüllten Kroketten oder „Jerk Chicken“?

Gefüllte Kroketten

Kartoffelgerichte aller Art verbindet man ja spontan erst einmal mit seiner deutschen Heimat. Aber spätestens wenn man in einem Artikel über Kuba auf ein Rezept für gefüllte Kroketten stößt, fällt einem wieder ein, dass der Ursprung von „Solanum tuberosum“ ja eine halbe Weltreise entfernt liegt.

Gefüllte Kroketten haben ihren Ursprung in Kuba. 

Und wenn das, was man da versuchsweise frittiert, kulinarische Welten von dem entfernt ist, was man aus deutschen Tiefkühltruhen der 1980er-Jahre in Erinnerung hat, dann hat man ein neues Lieblingsrezept.

Das „Drumherum“ der Kroketten aus der Zeitschrift „Einfach hausgemacht“ ersetze ich durch eine aus dem Internet inspirierte Variation, in der das für mich magische Stichwort „Käse“ zusätzlich auftaucht.

Für die Füllung werden eine Knoblauchzehe und etwas Salz gemörsert, eine Schalotte gewürfelt und ein Ei getrennt (das Eiweiß steif schlagen).

Eigelb, Schalotte und Gewürz mit 250 Gramm Hackfleisch, 30 Gramm Paniermehl, einer Prise Muskat und Kreuzkümmel verkneten und zum Schluss das Eiweiß untermengen.

Die Kartoffelmasse benötigt rund 500 Gramm Kartoffeln, die geschält und in Stücke geschnitten für rund 20 Minuten in Salzwasser gegart und dann zu Püree verarbeitet wurden. Dazu kommen je ein Esslöffel Butter und geriebener Käse, ein Ei, Salz und eine Prise Muskat. Gut vermengen und abkühlen lassen.

Die Masse in zwölf kleine Portionen teilen, die auf einer leicht bemehlten Oberfläche jeweils etwas platt drücken, mit Hackmasse füllen und dann zu einer Krokette formen. Jede in geschlagenem Ei und dann in Semmelbrösel geben und in heißem Fett ausbacken.

Und wer wie ich das Wort „Käse“ magisch findet, rührt einfach noch ein bisschen was in die Panade.

Jerk Chicken

Einer der Klassiker schlechthin ist „Jerk Chicken“. Das Geheimnis liegt in der Marinade, mit der sich Hühnchen (oder auch andere Fleischsorten, dann eben mit anderem Namen als „Chicken“) in dieses wunderbar saftige, feurige Gericht verwandeln.

Toll, wenn man einen weitgereisten Freund hat, der neben seinem eigentlichen Beruf als Musiker auch als begnadeter Koch und Caterer unterwegs ist und natürlich ein Rezept parat hat. (Dass sein kleines Unternehmen in Marburg „mmmLecker“ heißt, kommt übrigens nicht von ungefähr).

Zwei Limetten vierteln, ein Bund Frühlingszwiebeln schneiden, eine Jalapeno halbieren und entkernen und zusammen mit je einem Esslöffel Thymian, Zimt, grobem Salz und Pfeffer aus der Mühle, je einem Teelöffel Muskat- und Nelkenpulver und einer Knoblauchknolle (Knolle, jawohl, nicht Zehe!) in einen Mixer geben.

Wenn das ganze breiig wird, kommen 300 Milliliter Sonnenblumenöl und zum Schluss 250 Milliliter Ahornsirup hinzu.

Zum Schluss soll das ganze dann die Konsistenz von Matsch haben. Wer den Matsch eines regnerischen Tages bevorzugt, sagt Michal Bandac, fügt noch etwas Orangensaft hinzu.

In jedem Fall ist Vorsicht geboten: Das Ergebnis ist keine Dip- oder Barbecue-Soße und nichts, was sich so zum Essen eignet. Es ist eine reine Marinade, die das Fleisch aromatisieren soll. (Entweder es wird darin vor der Zubereitung eingelegt oder auf dem Grill damit bepinselt.) Und wenn sie beim Probieren viel zu streng schmeckt, dann ist sie genau richtig.

Statt Ahornsirup kann man auch Honig verwenden, aber der Sirup mache den Geschmack „kuschliger“, bekomme ich von Michal erklärt.

Die Marinade muss man nicht auf einmal verwenden, sie hält sich im Kühlschrank auch etwas. Dass sie sich halten muss, ist allerdings eher unwahrscheinlich, denn jeder, der das Fleisch probiert, das darin eingelegt wurde, möchte unbedingt etwas davon mit nach Hause nehmen.

Bananenbrot

Natürlich darf auch etwas Süßes nicht fehlen. Meine Freundin Tasha schlägt sofort begeistert ein Bananenbrot vor. Das nicht nur köstlich ist, sondern auch eine ideale Resteverwertung.

Bananenbrot – hier als Version mit Cranberries.  

Und weil die Zubereitung denkbar simpel ist und das „Matschen“ von reifen Bananen beinhaltet, lässt sich das auch prima mit Kindern backen. Dann sollte allerdings tunlichst der Esslöffel Rum weggelassen werden, der in mein neu kreiertes Rezept kommt.

Tashas Zutatenliste habe ich nach einer kurzen Internetrecherche nämlich noch etwas verändert und ergänzt.

Reife Bananen (etwa 400 Gramm) werden in einer Schüssel zerdrückt, dazu kommen 100 Gramm Butter, zwei Eier, ein Päckchen Backpulver, das Mark einer Vanilleschote, je eine Prise Salz und Muskat, ein halber Teelöffel Zimt, 500 Gramm Mehl, 100 Gramm Schmand, ein Esslöffel Rum und wer es süßer mag, fügt auch nach Geschmack noch Zucker hinzu.

Gehackte Walnüsse als zusätzliche Zutat für alle, die das mögen, schlagen sowohl die Backfeen aus dem Internet wie auch meine Freundin Tasha vor. (Mandeln oder Macadamianüsse gehen natürlich auch.)

Der Teig kommt in eine gefettete Kastenform und die dann für eine knappe Stunde bei 180 Grad in den Ofen.

Das Ergebnis ist nicht gerade kalorienarm, aber darum geht es bei der karibischen Küche ja nun wirklich nicht. /Nadja Schwarzwäller

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