Kasseler Regierungspräsidium legt Aktionsplan vor

Waldeck-Frankenberg: Anwohner vor Lärm schützen

Spalier für Besucher der Ortsbeiratssitzung: Die Bürgerinitiative für den Bau einer Umgehungsstraße Wetterburg am Eingang zur Twistesee-Halle. Foto: Armin Haß
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Her mit Umgehungsstraßen: Seit Jahrzehnten fordern Anwohner den Bau, um die Lärmbelastung zu senken. Hier Mitglieder der Wetterburger Bürgerinitiative.

Ob in Twiste, Berndorf, Dorfitter, Mandern, Löhlbach oder Ernsthausen: Seit Jahrzehnten klagen Anwohner von Bundesstraßen über die hohe Lärmbelastung. Der Kasseler Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber will diese Belastung senken, dafür hat seine Behörde einen Lärmaktionsplan vorgelegt.

Waldeck-Frankenberg hat demnach 43 „Lärmkonfliktpunkte“. Die höchste Belastunggibt es an der Bundesstraße 251 durch Willingen, es folgen Löhlbach, Mandern, Korbach, Twiste, Berndorf, Meineringhausen und Usseln.

Das Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie hat alle Straßen erfasst – gerade die mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als drei Millionen Fahrzeugen im Jahr. Auf der Basis dieser Kartierung wurden die „Lärmkonfliktpunkte“ ermittelt.

Bei zwei Öffentlichkeitsbeteiligungen konnten Kommunen und Anwohner Verbesserungsvorschläge einreichen. Die Behörden haben sie geprüft, das Regierungspräsidium hat sie in seinen Aktionsplan eingearbeitet.

Mediziner empfehlen, den Straßenverkehrslärm unter der Marke von durchschnittlich 53 Dezibel zu halten – so laut ist eine normale Unterhaltung. Nachts sollte der Pegel unter 45 Dezibel liegen, um den Schlaf der Anwohner nicht zu beeinträchtigen.

Zum Schutz der Wohnbevölkerung sind Verkehrsbeschränkungen möglich. Sind bestimmte Lärmgrenzwerte überschritten, muss die Straßenverkehrsbehörde „im Einzelfall“ prüfen, ob Umleitungen, ein Tempolimit oder Fahrverbote etwa für Lastwagen erforderlich sind.Sie muss dabei aber berücksichtigen, dass die Verkehrssicherheit und die „funktionsgerechte Nutzung der Straße“ stets bestehen bleiben.

Außerdem gibt es „Auslösewerte“, die eine „freiwillige Lärmsanierung“ nahe legen. So werden an Bundesstraßen in Hessen Schallschutzfenster bezuschusst – es besteht aber kein Rechtsanspruch. Eine Planung für aktiven Schutz etwa durch Lärmschutzwände und -wälle ist in Arbeit.

Bei der Planung von Neubaugebieten oder Straßenerweiterungen greift die „Lärmvorsorge“: Lärmschutzwände oder Vorkehrungen wie lärmmindernde Straßenbeläge oder Rad- und Parkstreifen werden gleich mitgeplant.  

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