Vor allem Senioren sind Opfer von Betrug am Telefon

Waldeck-Frankenberg: Betrüger nutzen Enkeltrick

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Richtig gegen Betrüger und Einbrecher schützen: Bei einer Informationsveranstaltung in der Ederberglandhalle informiert Hauptkommissarin Susanne Gottmann, wie man sich am besten schützt. „Man ist immer wieder damit konfrontiert“, sagt Frank Dreher (Mitte). Er will vorbeugen, damit nichts passiert.

Ein Anruf von der Enkelin, dem Neffen oder einem Bekannten – in der Weihnachtszeit eine schöne Überraschung. Doch dahinter könnte auch ein Betrüger stecken, warnt die Polizei Waldeck-Frankenberg.

„Es gibt nach wie vor sehr viele Anrufe von Betrügern“, sagt Polizeihauptkommissarin Susanne Gottmann. 159 Betrugsversuche über das Telefon wurden der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg 2018 gemeldet. Die Tendenz für 2019 ist laut Polizeisprecher Dirk Richter steigend. 2017 waren es 99. Zuvor wurden diese Daten nicht in der polizeilichen Kriminalstatistik erfasst.

Vermutlich seien es jedoch noch viel mehr, sagt Richter. „Wir gehen in diesem Bereich von einer hohen Dunkelziffer aus.“ Viele Betrugsversuche, also Anrufe von angeblichen Enkeln oder Polizeibeamten sowie falsche Gewinnversprechen, würden erst gar nicht bei der Polizei gemeldet.

Immer wieder stehlen die Täter Wertgegenstände und hohe Geldbeträge. Einen besonders spektakulären Fall gab es 2015 im Schwalm-Eder-Kreis: Ein Senior überwies Betrügern in Afrika 300 000 Euro. Diese hatten ihm vorgegaukelt, dass er Anspruch auf ein Erbe in Höhe von 15 Millionen Euro habe.

In Waldeck-Frankenberg blieb es in den meisten Fällen beim Betrugsversuch. Nur in wenigen Fällen hätten die Betrüger mit den Maschen Erfolg gehabt, sagt Richter. Seit 2017 ist der Polizei kein Fall bekannt, bei dem Betrüger mit dem Enkeltrick Geld erbeuteten.

Einen Grund dafür sieht Richter in der Präventionsarbeit der Polizei. In den vergangenen Jahren habe die Polizei wiederholt über die Betrugsmaschen aufgeklärt. Diese seien daher inzwischen vielen potenziellen Opfern, deren Angehörigen und auch Mitarbeitern von Banken und Sparkassen bekannt.

Vor allem Senioren werden von den Betrügern gezielt ausgewählt. Dazu durchsuchen diese das Telefonbuch nach alt klingenden Namen und kurzen Telefonnummern, die es also schon seit Jahrzehnten gibt, erklärt Gottmann. „Erhalten Sie sich ihr gesundes Misstrauen“, rät die Polizistin.VON SARAH NEUMEYER

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