„Haben vieles richtig gemacht“

Waldeck-Frankenberg: Corona-Zwischenbilanz  nach vier Monaten

Kreistag Waldeck-Frankenberg, Sitzung am 29. Juni in Frankenberg, Kulturhalle
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Der Kreistag von Waldeck-Frankenberg hat am Montagnachmittag zum ersten Mal in der Corona-Krise wieder getagt – nicht im Kreishaus in Korbach, sondern in der Kulturhalle in Frankenberg.

Die Corona-Zahlen in Waldeck-Frankenberg liegen weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.

Bisher sind fünf Menschen im Landkreis im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Nach den jüngsten Zahlen vom Dienstag wurde das Coronavirus im Landkreis bisher bei 173 Menschen nachgewiesen. In absoluten Zahlen sind das nach dem Vogelsbergkreis (121) die zweitwenigsten Fälle in Hessen.

Aktuell ist nur ein Patient im Landkreis infiziert. Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese führt das vor allem auf „das entschlossene Handeln des Gesundheitsamtes“ zurück, wie er am Montag im Kreistag sagte. In der Sitzung in der Frankenberger Kulturhalle berichtete Frese über das aktuelle Infektionsgeschehen im Landkreis.

„Wir befinden uns seit vier Monaten in einem Ausnahmezustand mit massiven Einschränkungen für das öffentliche und private Leben“, sagte Frese und fasste zusammen, welche Maßnahmen der Landkreis bisher ergriffen hat, um die Bevölkerung vor dem Virus zu schützen. „Ich bin überzeugt: Wir haben vieles richtig gemacht“, sagte er: etwa die Anordnung, Menschen aus Risikogebieten konsequent in Quarantäne zu schicken. Frese räumte aber auch ein, dass nicht alle Entscheidungen in der Bevölkerung akzeptiert wurden – etwa die Schulschließungen, das Veranstaltungs- und Versammlungsverbot und das Verbot, Zweitwohnungen zu nutzen. „Es gibt in dieser Krise keine Blaupausen“, bat Frese um Verständnis. „Das ist alles neu.“ Und viele Entscheidungen habe auch das Land vorgegeben.

Ein wichtiger Erfolg sei die Einrichtung des Corona-Testzentrums in Korbach gewesen, das ursprünglich nicht vorgesehen war. „Sonst hätten die Menschen nach Kassel fahren müssen – den Weg hätten viele gescheut, und wir hätten weniger Testergebnisse gehabt.“

Der Gesundheitsdezernent dankte in seiner Rede allen, die dazu beigetragen haben, „dass wir wieder ein Stück mehr Normalität erleben dürfen“. Er warnte aber auch davor, übermütig zu werden: „Bis zum gewohnten Alltag ist es noch ein weiter Weg. Es kommt jetzt darauf an, das Erreichte nicht durch vorschnelle Lockerungen zu gefährden“, sagte er und verwies auf Göttingen und Gütersloh: „Dort kann man sehen, wie schnell sich Corona ausbreitet, wenn man meint, sich über Regeln hinwegsetzen zu können.“ 

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