Wenige wollen Chef werden

Waldeck-Frankenberg: Firmenübergaben gestalten sich oft schwierig

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Geschäftsführung in fünfter Generation: Elmar, Gabriele und Julia Plüntsch führen den Familienbetrieb in Bad Arolsen weiter und planen, wie sie sagen, grundsätzlich über 15 Jahre. Ob eines ihr er Kinder später einmal die Firma übernehmen wird, das können sie selbst entscheiden, sagen die Eltern Elmar und Julia Plüntsch.

Waldeck-Frankenberg – Bei fast jedem zehnten Betrieb im Landkreis steht in den nächsten fünf Jahren eine Firmenübergabe an. Ein großer Teil der Geschäftsführer, die aus Altersgründen aufhören werden, haben aber noch keinen Nachfolger gefunden.

Das ist die Einschätzung der Kreishandwerkerschaft und der Industrie- und Handelskammer (IHK).

Demnach mangelt es nicht nur an Fachkräften, sondern auch an Führungskräften, also an Menschen, die unternehmerische Verantwortung haben wollen. Der Fachkräftemangel, zunehmende Bürokratie und Verunsicherung wegen der Erbschaftssteuer schreckten viele ab. Auf der anderen Seite gebe es durchaus interessierte potenzielle Nachfolger, die Beratungsangebote wahrnehmen.

„Jeder Betrieb, der aufhört, ist ein Verlust“, sagt Gerhard Brühl, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Selbst wenn Kleinstunternehmen schließen, habe dies Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der Menschen im Ort. Dr. Peter Sacher, Leiter des IHK-Servicezentrums Waldeck-Frankenberg: „Ob Handel, Apotheken oder Gastronomie – es ist wichtig, dass Arbeitsplätze und Infrastruktur erhalten bleiben.“ Manchmal scheitere die Übergabe, weil Firmeninhaber unrealistische Vorstellungen vom Wert ihres Unternehmens hätten oder weil sie nicht bereit seien, emotional loszulassen und Verantwortung abzugeben. Zudem verpassen manche die Trends der Digitalisierung, was hinderlich sei.

Im Handwerk ist es laut Brühl derzeit im Bereich Lebensmittel am schwierigsten, einen Nachfolger zu finden. Als Gründe führt er Konkurrenz durch industrielle Produktion und die Arbeitsbedingungen an.

Handwerker im Bau- und Ausbau hingegen hätten es zurzeit auch aufgrund der guten Auftragslage weniger schwer, einen Betrieb zu übergeben. Das gelinge oft nicht nur innerhalb einer Familie, sondern auch innerhalb einer Belegschaft. 

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