Hitze und Schädlinge setzen Wald zu – Auch Buchen leiden

Waldeck-Frankenberg: Hälfte der Fichten ist verloren

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Trauriger Anblick: Dem Borkenkäfer fallen riesige Flächen zum Opfer. Bilder, wie hier bei Schreufa, bestimmen seit zwei Jahren die Fichtenwälder.

Das dritte heiße und regenarme Jahr in Folge hat dem Wald in unserer Region weiter dramatisch zugesetzt – vor allem der Fichte.

Doch auch der Buche geht es schlecht. „Die Situation ist sehr schlimm, Trockenheit und Borkenkäfer haben weiter enorme Schäden verursacht. „Ende 2020 werden wir im Forstamt Frankenberg über 50 Prozent der Fichtenbestände verloren haben“, sagt Forstamtleiter Andreas Schmitt.

Sein Kollege Eberhard Leicht hat auch keine besseren Nachrichten: „Im Staatswald des Forstamts Burgwald wird sich der lebende Vorrat an Fichtenholz bis zum Jahresende gegenüber der letzten Inventur von 2013 halbiert haben.“ Manfred Albus, Leiter des Stiftungsforsts Kloster Haina, geht davon aus, „dass wir in ein paar Jahren höchstens noch 35 Prozent der Fichtenbestand haben wie vor Kyrill“. Der Orkan Kyrill hatte 2007 riesige Schäden angerichtet, weitere Orkane folgten. Das Schadholz förderte die extreme Vermehrung des Borkenkäfers. Dem Befall konnten die durch Trockenheit geschwächten Fichten nichts entgegensetzen.

In stark geschädigten Beständen auf ungünstigen Böden haben die Forstämter den Kampf gegen den Käfer sogar weitgehend aufgegeben. Das gilt auch für steile, trockene Lagen im Forstamt Vöhl. „Die Fichte hat in den Bereichen keine Zukunft“, sagt Martin Klein, Leiter der Forstämter Vöhl und Diemelstadt. Hoffnung hat er noch für Reviere im Norden des Kreises, etwa im Upland. Aufgrund der Höhenlage und kälteren Temperaturen war der Schädling dort nicht so erfolgreich. Deshalb hat die Fichte dort erste Priorität. Befallene Bäume werden schnellstmöglich entfernt, um ein Übergreifen zu verhindern. Wegen des großen Anfalls an Fichtenholz rufen die Forstämter Kunden dazu auf, Fichte als Brennholz zu verwenden – für 20 Euro pro Festmeter. Buchenbrennholz koste mit zirka 60 Euro das Dreifache, sagt Johannes Flikschuh, Produktionsleiter im Forstamt Burgwald. Es stehe aber nur begrenzt Buchenbrennholz zur Verfügung.

Denn auch die Buche leidet unter Hitze und Trockenheit. „Sie ist in ihrer Vitalität so stark geschwächt, dass ansonsten eher harmlose Pilze nun hochaggressiv werden. Binnen weniger Monate nach dem Befall können beinstarke Äste aus den Baumkronen herausbrechen“, schildert der Burgwalder Forstamtsleiter die Situation. 

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