Ausgleich für Fließgewässer und mehr Pflanzen gefordert

Waldeck-Frankenberg: Hitzesommer hart für Fische

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Er gehört zu den heimischen Fischarten: Der Flussbarsch – hier ein noch recht junges Exemplar – ist unter anderem in der Eder anzutreffen.

Der Hitzesommer 2018 hat auch den Fischen in den Flüssen Waldeck-Frankenbergs stark zugesetzt. Vielerorts waren die Flussläufe ausgetrocknet, weil die Pegel entsprechend niedrig waren.

Darauf wies Diplom-Biologe Christoph Dümpelmann bei einer gemeinsamen Veranstaltung des Angelvereins Ederbringhausen und des Fischereivereins Kirchlotheim/Schmittlotheim hin. Gleichzeitig wurde darüber diskutiert, welche Maßnahmen nun zu treffen sind.

„Wichtig ist es, für eine gute Belüftung der Fließgewässer zu sorgen. Dies gelingt, indem man weite Ausgleichsflächen schafft, in denen sich das Wasser verteilt“, betonte Rolf Zölzer, Vorsitzender des Fischereivereins Kirchlotheim/Schmittlotheim. Die Bepflanzung in Ufernähe spiele ebenfalls eine wichtige Rolle. Wenn die Wasseroberfläche durch Schatten geschützt sei, erwärme sich das Gewässer nicht zu stark.

„Ein weiterer wichtiger Faktor sind Verwirbelungen. Wenn sich die unterschiedlichen Schichten im Flusslauf vermischen können, findet auch ein Austausch von Sauerstoff statt, es kommt somit nicht zur gefürchteten Unterversorgung.“ , sagte Rolf Zölzer.

Die Begradigungen und die aktive Nutzung der Gewässer durch die Schifffahrt haben laut Christoph Dümpelmann dazu geführt, dass dieser Austausch seltener stattfinden kann. Außerdem fehlten natürliche Vertiefungen, die den Fischen als Rückzugsort bei einer Austrocknung des Gewässers dienen könnten. Hier sei also ein Umdenken gefragt. „Auch durch die Belastung durch Schadstoffe sind unsere Gewässer stark gefährdet und eine Belüftung wird in einem solchen Fall immer schwieriger“, betonte Dümpelmann. Wichtig sei, dass man für eine gute Vermischung der Gewässer sorge und den Tieren auf diese Weise sauerstoffreiche Rückzugsmöglichkeiten anbiete.

Die Natur wird sich laut Dümpelmann wegen des Klimawandels verändern und einen Weg finden, weiter zu bestehen. „Wir können mit unserem Einsatz dafür sorgen, dass der Umbruch nicht zu schnell passiert. Jeder kann einen kleinen Beitrag leisten, indem er mithilft, dass nicht zu viel Müll in die Gewässer gelangt“, so der Biologe. 

VON MARINA HELLER

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