Bilanz nach einem Jahr – Viel Unterstützung aus Bevölkerung

Waldeck-Frankenberg: Hospiz betreute bisher 90 todkranke Patienten

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Stationäres Hospiz in Frankenberg: Auch wenn Trauer und Tod zu ihrem Berufsalltag gehören, mögen Hospizleiter Eddy Röse (rechts) und sein Team die Arbeit mit todkranken Menschen und ihren Angehörigen. Sie beschreiben ihre Tätigkeit als bewegend und bereichernd für ihr eigenes Leben.

Waldeck-Frankenberg. Vor einem Jahr, zum 1. September 2016, hat das stationäre Hospiz in Frankenberg seine Arbeit aufgenommen – als erste Einrichtung dieser Art im Landkreis. 90 Gäste – wie die schwerkranken Menschen, die dort die letzte Phase ihres Lebens verbringen, genannt werden – hat das 15-köpfige Team des Acht-Betten-Hauses bisher versorgt. 83 Menschen sind dort verstorben, informiert Hospizleiter Eddy Röse.

Die durchschnittliche Belegungszahl betrage 6,5 Patienten. Mitunter gebe es aber auch eine Warteliste. Mit dieser Belegung könne die Einrichtung kostendeckend arbeiten, sagt Röse. Fünf Prozent der Kosten müssen aber auch bei Vollbelegung durch Spenden finanziert werden, so ist es gesetzlich vorgesehen. „Das ist bisher kein Problem“, betont der Hospizleiter.

Die Spendenbereitschaft und generell das Interesse der Bevölkerung an der Einrichtung seien enorm. „Fast jede Woche kommen ein oder zwei Gruppen, um unser Haus kennenzulernen – von Vereinen wie den Landfrauen bis zu Schülergruppen. „So werden Berührungsängste abgebaut“, freut sich Röse.

Von den 90 bisher betreuten Gästen kamen 86 aus Waldeck-Frankenberg. Pläne für ein zweites stationäres Hospiz im Kreis, wie es in Korbach gefordert worden war, gibt es derzeit nicht. „Derzeit reichen die Plätze aus“, meint Dr. Joachim Pries vom ambulanten Hospizverein Korbach.

Betreiber des Hospizes in Frankenberg ist das Internationale Bildungs- und Sozialwerk (int-bsw). Es hat das Gebäude gekauft, umgebaut und trägt zwei Millionen der Kosten von rund 2,6 Millionen Euro. Geschäftsführer Prof. Heinrich Schnatmann will nun, nach einem Jahr, die Geschäftszahlen prüfen, bevor er zur Frage eines weiteren stationären Hospizes im Kreis Stellung nehme, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung. 

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