Aber keinen Grund zur Panik

Waldeck-Frankenberg: Infizierte Zecken kommen näher

Waldeck-Frankenberg. Die Gefahr rückt näher, ist aber noch nicht akut: Während mit dem FSME-Virus befallene Zecken bereits vermehrt im Nachbarkreis Marburg-Biedenkopf nachgewiesen wurden, gibt es in Waldeck-Frankenberg keinen Grund zur Panik.

„Weder 2017 noch in diesem Jahr wurden uns FSME-Fälle gemeldet“, sagte der Leiter des Fachdienstes Gesundheit beim Landkreis Waldeck-Frankenberg, Friedhelm Sarge. Zuletzt sei je ein Fall der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) 2013 und 2016 aktenkundig geworden, wobei die Infektion 2013 „wahrscheinlich bei einer Urlaubsreise erfolgte“, sagte Sarge dieser Zeitung.

Die am häufigsten von Zecken übertragene Krankheit ist die Borreliose, die von einer ringförmigen Rötung bis hin zu einer Hirnhaut- und Nervenwurzelentzündung führen kann.

„Man schätzt, dass fünf bis 35 Prozent der Zecken mit Borreliose infiziert sind“, sagt Friedhelm Sarge. Bei sehr engem Tierkontakt könne theoretisch eine Zecke, die sich noch nicht im Tier festgebissen habe, auf den Menschen übergehen. „Nach bisherigen Erkenntnissen ist nach einem Zeckenstich bei 1,5 bis 6 Prozent der Betroffenen mit einer Infektion, bei 0,3 bis 1,4 Prozent mit einer manisfesten Erkrankung zu rechnen“, erklärte Sarge. Gegen die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi hervorgerufene Infektion sei keine Impfung möglich.

„Um eine Infektion zu vermeiden, sollte eine Zecke möglichst rasch, ohne sie zu quetschen, mit einer Pinzette oder Zeckenkarte entfernt werden“, rät der Leiter des Fachdienstes Gesundheit. Typisches Zeichen für eine Infektion sei eine ringförmige Rötung mit blasserem Zentrum.

„Grundsätzlich sollte bei schmerzhaften, überwärmten Rötungen und Schwellungen um einen Insektenstich ein Arzt aufgesucht werden, der über eine notwendige Antibiotika-Behandlung entscheidet“, so Friedhelm Sarge.

Rubriklistenbild: © dpa

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