Neues Strukturgesetz benachteiligt kleine Krankenhäuser

Waldeck-Frankenberg: Kliniken auf dem Land brauchen Unterstützung

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Diskussionsrunde im Kreiskrankenhaus Frankenberg: Mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Edgar Franke (vorne links) und Prof. Josef Hecken (vorne rechts) haben zwei der wichtigsten Vertreter im deutschen Gesundheitssystem sich in Frankenberg für den Erhalt ländlicher Krankenhäuser ausgesprochen. Begrüßt wurde das von (hinten von links) , Hausherr Landrat Dr. Reinhard Kubat, dem designierten 1. Kreisbeigeordneten Karl-Friedrich Frese, Vitos-Geschäftsführer Reinhard Belling und Klinik-Geschäftsführer Ralf Schulz.

Waldeck-Frankenberg. Die 2016 in Kraft getretene Krankenhausreform benachteiligt kleine Kliniken auf dem Land. Große Häuser mit vielen Fallzahlen können die nun geltenden Qualitätskriterien viel leichter erfüllen. Das Kreiskrankenhaus Frankenberg setzt auf Ausgleichsmaßnahmen, um die Weiterexistenz der Klinik zu sichern.

Mut macht den Verantwortlichen dabei der Besuch von Prof. Josef Hecken. Er ist der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), der auch Kriterien für Zusatzzahlungen zur Absicherung des Klinikbetriebs festlegt. Mit dabei war auch Dr. Edgar Franke (Gudensberg), Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Bundestages. „Zwei der wichtigsten Mitspieler im deutschen Gesundheitssystem haben sehr überzeugend dargelegt, dass sie die großen Nöte der kleinen Häuser im ländlichen Raum erkannt haben“, sagt Ralf Schulz, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses und von Vitos Haina.

„Die im Krankenhausstrukturgesetz definierten Vorgaben gefährden die Häuser im ländlichen Raum. Aufgrund der im Vergleich zu Einrichtungen in Ballungszentren geringeren Fallzahlen stellen die Anforderungen eine kaum zu lösende Herausforderung dar“, sagt Schulz über die Kreisklinik, die jährlich 10 000 Patienten stationär und 20 000 ambulant versorge.

Laut den vom G-BA vorgelegten Regelungen können Kliniken für die Basisversorgung in der Inneren Medizin und der Allgemeinen Chirurgie Zusatzzahlungen (Sicherstellungszuschlag) bekommen, wenn die Versorgung von keiner anderen Klinik in der Nähe (30 Fahrminuten) erledigt werden kann, was in Frankenberg der Fall ist. Die Klinik erhalte aber keine Zahlungen. „In Hessen wird mit diesem Instrument zur Stärkung der Häuser im ländlichen Raum sehr restriktiv umgegangen“ sagt Schulz.       

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