Kochen kann kinderleicht sein

Waldeck-Frankenberg: Kreis unterstützt Umstellung auf gesundes Essen in Kitas

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Gemeinsam macht es Spaß: Die Kinder (von links) Frieda, Magdalena, Jean, Henning und Paul helfen der Erzieherin und Kita-Leiterin Christiane Steinmann-Brehmeier manchmal gerne beim Zubereiten des Mittagessens.  

Münden – Ein Mittagessen für Kindergartenkinder ist kein Hexenwerk, sagt Christiane Steinmann-Brehmeier. Sie ist die Leiterin des evangelischen Kindergartens in Lichtenfels-Münden. Sie betreut nicht nur Kinder, sie bekocht sie auch.

Nudeln mit Tomatensoße, Maultaschen mit Gemüse, Kartoffeln mit Kräuterquark. Was die Kinder mögen, bekommen sie hier mittags – dreimal in der Woche – zu essen. Hauptsache eine warme Mahlzeit, gesund und frisch zubereitet.

In den allermeisten Kindergärten in Waldeck-Frankenberg gibt es warmes Mittagessen. Doch das wird in 87 Prozent der Einrichtungen von außen angeliefert und ist somit oft mehrere Stunden lang warmgehalten. Ernährungswissenschaftler bemängeln hierbei, dass Nährstoffe verloren gingen und die Qualität der Lebensmittel meist unzureichend sei. Seit über einem Jahr bietet die Kita Münden dagegen die sogenannte Mischküche an. Das Essen wird in einer eigenen Küche im Kindergarten zubereitet und direkt serviert. „Das macht mehr Arbeit, aber es entlastet auch“, sagt Christiane Steinmann-Brehmeier. „Denn wir essen hier eine halbe Stunde gemeinsam in gemütlicher Runde.“

Während die Kinder draußen spielen und eine Erzieherin bei ihnen ist, bereitet Steinmann-Brehmeier die Gerichte zu. Quasi nebenbei, oft in nur einer Viertelstunde, an einer Küchenzeile inmitten des Gruppenraumes. Dann greift sie zum Beispiel zu Bio-Kartoffeln und Tiefkühl-Gemüse. „Ich muss nicht alles frisch kochen.“

Bei einem Fortbildungsseminar des Instituts für Gesundheitsförderung im Bildungsbereich, das der Landkreis ausgerichtet hat, wurden die Teilnehmer darüber aufgeklärt, was bei der Verpflegung der Kinder zu beachten ist. Dazu zählte auch, dass Tiefkühlkost mitunter eine gute, gesunde Alternative sein kann, berichtet die Erzieherin.

Viel Obst und Gemüse steht nun auf dem Speiseplan, Fleisch meist nur einmal in der Woche, Fertigsoßen und Süßspeisen gibt es nicht. Rezepte für 15 verschiedene Gerichte hat Christiane Steinmann-Brehmeier in ihrem Ordner parat. Jeden Dienstag kauft sie ein. Die Organisation hat sich eingespielt, der Aufwand hält sich ihr zufolge in Grenzen. „Es ist nicht schlimm, wenn die Kinder alle 14 Tage das Gleiche essen.“ Die Verpflegung sei also keine Wissenschaft, sondern durchaus machbar.

Dabei gilt es zu beachten, dass es sich in Münden um eine recht kleine Kita mit 20 Kindern, ab drei Jahren bis zum Vorschulalter, handelt. Höchstens zehn bis elf sind jeweils fürs Mittagessen angemeldet. Die Eltern zahlen pro Kind und Essen gerade mal zwei Euro, sagt die Kita-Leiterin.

Oft helfen die Jungen und Mädchen mit. Sie schnippeln Gemüse und decken den Tisch im Gruppenraum. Dann setzen sich alle an ihren Platz und fassen sich an die Hände zum Beten. Wenn sie satt sind, geht es wieder zügig vonstatten: Eine Spülmaschine reinigt das Geschirr.

Für dieses Angebot des gesunden Mittagessens ist der Kindergarten Münden jetzt neben sechs weiteren Einrichtungen ausgezeichnet worden. 

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