Desinfektionsschleusen angeschafft – Noch Proben gebraucht

Waldeck-Frankenberg: Landkreis wappnet sich gegen die Schweinepest

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Im Visier: Die Jäger sind gefordert, mehr Wildschweine zu schießen, aber auch angewiesen, verendetes Schwarzwild unverzüglich beim Veterinäramt zu melden. Schwarzwild ist Überträger der für Schweine meist tödlichen Krankheit.

Waldeck-Frankenberg. Noch ist die in Osteuropa grassierende Afrikanische Schweinepest (ASP) weit weg vom Landkreis. Doch sie schwebt wie ein Damoklesschwert über hiesigen Schweinehaltern und Jägern.

Experten halten das Risiko, dass die Seuche kommt, für groß. „Wir müssen uns vorbereiten, aber sollten nicht in Aktionismus verfallen“, sagte Veterinäramtsleiter Dr. Martin Rintelen bei einer Informationsveranstaltung der Waldeckischen Jägerschaft in Korbach.

Wie das hessische Landeslabor (LHL) mitteilt, sind alle bisher zur Früherkennung durchgeführten Proben negativ verlaufen. Im Kampf gegen die für Menschen ungefährlichen Tierseuche hat das LHL in Gießen nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr etwa 4000 Proben von Wildschweinen ausgewertet.

Die per Verordnung vorgeschriebene Zahl der Proben liege bei 60 pro Landkreis, erklärte Rintelen: „Insbesondere aus dem Upland werden noch Proben gebraucht.“ Die heimischen Jäger sind angewiesen, verendetes Schwarzwild unverzüglich beim Veterinäramt zu melden, damit es auf die ASP untersucht werden kann. Denn ist ein Tier erstmal infiziert, kann sich der Virus schnell ausbreiten: Etwa über Essensreste, die heimkehrende Urlauber oder Geschäftsreisende aus Osteuropa wegwerfen.

Nach einem Ausbruch der Seuche müssten Wildsammelstellen in Waldeck-Frankenberg eingerichtet werden. „Das bereiten wir gerade in Absprache mit den Forstämtern vor“, so Rintelen. Darüber hinaus hat der Landkreis Desinfektionsschleusen für Fahrzeuge und Zäune angeschafft. Die Jäger sind indes gefordert, mehr Wildschweine zu schießen: Schwarzwild ist Überträger der für Schweine meist tödlichen Krankheit. Abschussprämien seien geplant, sagt Rintelen: „Das Land hat bislang vier Millionen Euro zur Verfügung gestellt.“ 

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