Vieh- und Schweinehalter hoffen auf trockenen Februar

Waldeck-Frankenberg: Nasse Felder behindern Ausbringen von Gülle

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Waldeck-Frankenberg. Der besorgte Blick der Bauern auf ihr Land ergibt seit Tagen und Wochen keine Änderung: alles voller Wasser. Und das bedeutet für Vieh- und Schweinehalter nichts Gutes: Ihre Gülletanks werden voller und voller.

Ab 1. Februar zwar dürften sie wieder geleert werden, aber nur dann, wenn die Felder die Mischung aus Jauche und Kot der Tiere auch aufnehmen können.

Geht das nicht – konkret wenn die Äcker mit Wasser vollgesaugt oder tiefgefroren oder schneebedeckt sind – ist das Jauchen auch nach der Sperrzeit über Winter verboten. Es ist es in Waldeck-Frankenberg nach Angaben der Kreisbauernverbände (KBV) Waldeck und Frankenberg derzeit zu nass, um Wirtschaftsdünger auszubringen. „Die Flächen sind nicht befahrbar. Wie es am 1. Februar, wenn das Ausbringen beginnen darf, aussieht, bleibt abzuwarten“, sagte vor wenigen Tagen Matthias Eckel, Geschäftsführer im KBV Frankenberg. „Am besten wäre es, wenn wir bis dahin gar keine Niederschläge mehr hätten.“

Seit Herbst sei sehr viel Niederschlag gefallen, was das Ausbringen von Gülle behindert habe. Und vom 1. November bis 31. Januar darf generell keine Gülle aufs Feld gebracht werden. Entsprechend voll seien die Behälter. Denn die Tiere könne man im Gegensatz zu Maschinen nicht einfach abschalten.

„Die Situation bei uns ist aber entspannter als in Norddeutschland, wo die Böden teilweise seit September nicht befahrbar sind“, schildert Eckel. „Die meisten Betriebe hier haben ausreichende Lagerkapazitäten und warten das Ende der Sperrfrist ab.“

In einzelnen Fällen vermittelten die Bauernverbände zwischen Betrieben, sodass Gülle umgelagert werden könne. Anders als im Norden müsse man hier aber nicht an das kostspielige Anlegen von Gülle-Lagunen auf Äckern nachdenken. (von Stefan Forbert und Martina Biedenbach)

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