Schließungen wegen Corona kosten Geld

Waldeck-Frankenberg: Öffentliche Gebäude stehen leer, Fixkosten bleiben

Bürgerhaus in Korbach. Foto: Lutz Benseler
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Das Bürgerhaus in Korbach: Wegen der Corona-Pandemie ist das Gebäude für Veranstaltungen und Vereine geschlossen. Kosten entstehen der Stadt trotzdem.

Weil Dorfgemeinschaftshäuser, Hallen und andere öffentliche Gebäude wegen der Corona-Verordnungen schon seit März geschlossen sind, gehen den Städten und Gemeinden in Waldeck-Frankenberg Einnahmen verloren, die eigentlich durch Veranstaltungen und Vermietungen erzielt würden.

Auf der anderen Seite verursachen auch die geschlossenen Gebäude Kosten – etwa für Strom, Gas, Wasser und Abwasser, für Versicherung, Reinigung und die Hausmeister.

Konkrete Zahlen sind schwer zu ermitteln. Die Stadt Korbach rechnet für die bisherigen drei Monate bei den geschlossenen Gebäuden mit einem Einnahmeverlust von rund 45 000 Euro, berichtet Ralf Buchloh, Leiter der Finanzabteilung der Kreisstadt. Und für die zwölf DGHs und Hallen der Stadt Bad Arolsen fallen – auf Basis der Vorjahre – monatlich durchschnittliche Kosten von rund 66 000 Euro an, sagt die Leiterin des Fachdienstes Finanzen, Birgit Dielschneider.

Um Kosten zu senken, haben die Städte und Gemeinden ihre DGHs und Hallen auf Sommerbetrieb umgestellt. „Die Hausmeister werden in der Regel auf Stundenbasis abgerechnet“, sagt Hainas Bürgermeister Alexander Köhler. Daher seien auch die Personalkosten gesunken.

„Insgesamt spielen die zweifelsfrei vorhandenen Einnahmeverluste durch fehlende Nutzungsgebühren im Gesamtkontext des Haushalts und der Auswirkungen der Corona-Pandemie aber eine untergeordnete Rolle“, sagt Köhler. „Die Einbußen, die wir durch fehlende Zuweisungen des Einkommenssteueranteils zu erwarten haben, werden uns deutlich stärker treffen.“

Und sehr viel schwerer als die Einnahmeverluste wirke auch, „dass durch die Schließungen das Engagement unserer rund 240 aktiven Vereine in Korbach wesentlich erschwert wird“, sagt Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich. „Darunter leidet das sportliche, kulturelle und gesellschaftliche Leben.“ Trotzdem hätten Vereine, Organisationen und andere Nutzer „großes Verständnis für die notwendigen Einschränkungen“, berichtet Friedrich.

Das bestätigt auch die Stadt Frankenberg: „Zu den Gebäuden gab es vereinzelte Nachfragen von Privatleuten und Veranstaltern, die Schließung wird aber grundsätzlich widerstandslos akzeptiert. Es finden landesweit keine Veranstaltungen statt, entsprechend verständnisvoll sind die Menschen auch hier vor Ort“, sagt Pressesprecher Florian Held.  

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