Kreishandwerkerschaft: Effekte sind ausgeblieben

Waldeck-Frankenberg: Rückkehr zur Meisterpflicht gefordert

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Meisterpflicht gilt unter anderem im Friseurhandwerk. Auch Augenoptiker, Bäcker und Zimmerer brauchen einen Meistertitel, wenn sie sich selbstständig machen möchten. Das gilt derzeit für 41 Handwerksberufe.

Waldeck-Frankenberg – Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer fordert eine Rückkehr zur Meisterpflicht in vielen Handwerksberufen. Die Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg unterstützt die Forderung „uneingeschränkt“, sagt ihr Hauptgeschäftsführer Gerhard Brühl.

Der Meisterbrief soll laut Wollseifer  wieder zur Voraussetzung für eine selbstständige Tätigkeit werden. Unter anderem würde eine Wiedereinführung zu mehr Wettbewerbsgerechtigkeit führen. 

„Die Änderungen aus dem Jahre 2004 haben nicht die erhofften Effekte gebracht. Im Gegenteil, die Ausbildungsbereitschaft ist in den betroffenen Berufen signifikant gesunken,“ sagt Brühl. Durch die fehlende Meisterqualifikation würden sich viele Solo-Selbständige auf den Baustellen tummeln und sich permanent einen Unterbietungswettlauf liefern, der am Ende auf die Qualität der ausgeführten Arbeiten gehe. Gerhard Brühl plädiert dafür, die Bauberufe genau zu prüfen „und zum Beispiel Berufe wie Fliesenleger, Raumausstatter oder Schilder- und Lichtreklamehersteller wieder in den Kreis der zulassungspflichtigen Handwerke zurückzuholen“. Da müsse es nicht immer der Meistertitel sein. Es sei auch möglich, sich mit vergleichbaren Abschlüssen wie Ingenieur, Bachelor, Master oder Techniker in die Handwerksrolle eintragen zu lassen. 

Mit einer Rückkehr zur Zulassungspflicht würde in den betroffenen Berufen wieder verstärkt ausgebildet „und ein Strukturwandel einsetzen, der mittelfristig wieder zu Existenzgründungen führt, die auch tragfähig und nachhaltig sind“, erklärt der Geschäftsführer. „Den generellen Fachkräftebedarf werden wir dadurch nicht beheben, aber ihn in der Baubranche mildern“, ist Brühl sicher.

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