Neuer Arbeitskreis soll Beteiligte auf Ernstfall vorbereiten

Waldeck-Frankenberg: Sorgen wegen Schweinepest

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Zum Umgang mit kranken Wildschweinen informieren die Veterinärbehörden Jäger, um sie über die ASP, deren Verbreitung sowie Schutzmaßnahmen zu unterrichten. Das Bild zeigt Utensilien, die beim Umgang mit der Seuche gebraucht werden.

Waldeck-Frankenberg – Die Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt näher. Derweil bereiten sich die Schweinehalter im Landkreis auf eine Krise vor, und Jäger müssen so viel Schwarzwild schießen wie möglich.

Das Virus, das nur für die Tiere, nicht aber für Menschen gefährlich ist, hat inzwischen Nachbarländer Deutschlands erreicht und bereitet große Sorgen.

Im Februar ist in Waldeck-Frankenberg vorsorglich ein „Arbeitskreis ASP“ gegründet worden, mit Vertretern des Landkreises, der Jäger, Bauern und weiteren Beteiligten. Das Ziel ist es, Behörden, Verbände und alle potenziellen Betroffenen bestmöglich auf den Ernstfall vorzubereiten.

Das Virus verbreitet sich von Tier zu Tier, über Speiseabfälle und Transporte. „Wir liegen zwar geografisch in der Mitte, aber aufgrund der großen Firmen und Logistikunternehmen, die von Lastwagen auch aus dem osteuropäischen Ausland angefahren werden, ist das Risiko allgegenwärtig“, sagte Dr. Christina Werner, Amtstierärztin beim Landkreis, bei einer Informationsveranstaltung. Hohe Wildbestände bedeuten zudem ein hohes Krankheitsrisiko, sagte der Vize-Leiter der Waldeckischen Domanialverwaltung, Hendrik Block. „Wenn die ASP ausbrechen sollte, wäre eine waidgerechte Bejagung passé“. Er empfiehlt Jägern die revierübergreifende Bewegungsjagd.

Würde die Tierseuche in Deutschland ausbrechen, hätte das gravierende negative Folgen für den Export von Schweinefleisch, auch wenn kein einziges Hausschwein betroffen wäre. Es müsse alles getan werden, damit das Virus, sollte es bei Wildschweinen auftreten, nicht in die Ställe eingetragen werde, sagte Matthias Eckel vom Kreisbauernverband Frankenberg auf Nachfrage. Dazu gehören Hygieneschleusen, Zäune und die Reinigung von Fahrzeugen. „Der Aufwand ist erheblich und vor allem für kleine Betriebe mit Altgebäuden schwer zu meistern.“ Viele Höfe hätten schon wegen verschärfter Haltungsanforderungen, „überbordender“ Bürokratie und schlechter Preise aufgegeben.  

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