2900 Betriebe müssen in Waldeck-Frankenberg überprüft werden

Lebensmittelüberwachung: Landkreis sucht Kontrolleure

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Ein Kontrolleur prüft die Buffet-Temperatur.

Waldeck-Frankenberg – Nach dem Skandal um Wilke Wurstwaren baut der Landkreis den Bereich der Lebensmittelkontrolle aus. Derzeit sucht die Kreisverwaltung nach Personal.

Bereits Anfang Oktober hatte die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert, dass es in der Kreisverwaltung nur 3,15 Stellen in der Lebensmittelüberwachung gebe. Aktuell wird eine Schwangerschaftsvertretung gesucht, heißt es auf Nachfrage beim Kreis. Das Ziel sind fünf Stellen. Allerdings: „Der Stellenmarkt ist sehr begrenzt und die Nachfrage sehr hoch“, sagt Sprecherin Ann-Katrin Heimbuchner. Derzeit seien auch viele andere Kommunen auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften für die Lebensmittelkontrolle.

In Waldeck-Frankenberg sind die Kontrolleure für rund 2900 Betriebe zuständig. Im Jahr 2017 habe es 1023 Kontrollen gegeben, 2018 dann 1145. „Dass die Zahl unter dem Richtwert liegt, trifft nach unserer Beobachtung landesweit auf zahlreiche Landkreise zu.“

Kontrollen: Manche jede Woche, andere alle drei Jahre

Wie oft ein Betrieb kontrolliert wird, hängt von der Risikoeinstufung ab. „Es kann sein, dass nur alle drei Jahre ein Kontrolleur kommt, es kann aber auch sein, dass jede Woche kontrolliert wird“, sagt Heimbuchner. Die Einstufung hänge ab von der „Art der Produkte, der Vorgehensweise bei der Herstellung oder aber auch danach, ob ein Unternehmen bei einer Kontrolle auffällig geworden ist, was dann engmaschigere Kontrollen zur Folge hat“. Die allgemeinen Kontrollen würden „grundsätzlich unangemeldet“ erfolgen. Zusätzlich zu geplanten Kontrollen gebe es Anlasskontrollen. Beispielsweise, wenn Beschwerden nachgegangen werde.

Um weiteres Personal zu gewinnen, werbe die Verwaltung „auf Ausbildungsmessen und schaltet regelmäßig Anzeigen in den lokalen Medien und Fachportalen“. Auch würden Lebensmittelkontrolleure selbst ausgebildet. Noch bis Ende November läuft die aktuelle Ausschreibung. Wie viele Bewerber es bisher für die Stelle gibt, darüber gibt die Verwaltung keine Auskunft.

Eingeteilt in Kategorien

Eingeteilt werden Lebensmittelbetriebe in Kategorien zwischen eins bis neun. Wer mit einer eins eingestuft wurde, wird täglich kontrolliert, Betriebe mit der Klasse neun nur alle drei Jahre. Wilke in Berndorf hätte laut Umwelt- und Verbraucherschutzministerium zwölf Mal im Jahr planmäßig kontrolliert werden müssen. Künftig sollen Betriebe wie der Wurst- und Fleischproduzent mindestens einmal im Jahr unangemeldet kontrolliert werden, so Ministerin Priska Hinz. 

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