Die Insekten fallen unter das Bundesnaturschutzgesetz

Waldeck-Frankenberg: Wespennester nicht grundlos zerstören

Waldeck-Frankenberg. Wer ein Wespennest bei sich am Haus oder im Garten entdeckt, sollte jedoch nicht sofort mit giftigem Schaum oder Insektenspray gegen die Tiere vorgehen: Das könnte eine Ordnungswidrigkeit sein, wie Peter Käufler von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises betont.

 Sie siedeln sich gern in Rollladenkästen an oder bauen ihr Nest am Schuppendach: Wespen haben bei der Hitze beste Bedingungen; es gibt deshalb diesen Sommer besonders viele von ihnen.

Nach Paragraf 39 des Bundesnaturschutzgesetzes müsse „ein vernünftiger Grund“ vorliegen, um ein Volk zu töten oder umzusiedeln – etwa „wenn eine Gesundheitsgefahr für den Betroffenen von den Wespen ausgeht, weil er etwa allergisch auf Insektenstiche reagiert oder das Nest in unmittelbarer Nähe eines Kinderspielplatzes ist“, erklärt der Diplom-Biologe. Zudem könnten sich die Tiere bedroht fühlen und aggressiv reagieren, wenn man das Nest zerstöre. „Dann warnen sie sich gegenseitig und es kommen schlagartig ganz viele.“

Auch Dr. Berthold Langenhorst vom NABU Hessen betont: „Wespen sind wie alle wildlebenden Arten geschützt.“ In problematischen Fällen könne man einen Schädlingsbekämpfer beauftragen, ein Nest zu entfernen. „Die Firmen sind dazu befugt“, sagt Langenhorst. Im Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung (www.vfoes.de) seien Betriebe organisiert, die versuchten, möglichst naturschonend zu arbeiten. Man könne auch einen Imker zu Rate ziehen, empfiehlt Peter Käufler. Er bekomme öfters besorgte Anrufe, bestätigt der Vorsitzende des Kreisimkervereins Frankenberg, Martin Funk.

Feuerwehren seien übrigens nicht für die Beseitigung oder Umsiedlung von Wespennestern zuständig, sagen Frankenbergs Pressesprecher Florian Held und Frankenaus Stadtbrandinspektor Manuel Kühn. (Susanna Battefeld)

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