Orkan legte 2007 die Grundlage für neue Vielfalt

Waldeck-Frankenberg: Zehn Jahre nach Kyrill hat sich der Wald erholt

Heftige Sturmschäden: In der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 fegte der Orkan Kyrill über Hessen. Das Foto entstand damals im Nationalpark Kellerwald-Edersee.

Waldeck-Frankenberg. Vor zehn Jahren war der Orkan Kyrill eine Katastrophe. Heute stellt sich heraus, dass er nicht nur für Zerstörung gesorgt, sondern eine positive Entwicklung angestoßen hat. „Kyrill hat den Waldumbau hin zum Mischwald deutlich beschleunigt“, sagt Michael Gerst, Chef von Hessen-Forst.

Mit Windböen von bis zu 225 Kilometern pro Stunde war der Orkan vom 18. auf den 19. Januar 2007 über Hessen gefegt. Dabei hatte er in Waldeck-Frankenberg geschätzte 1,2 Millionen Festmeter umgeworfen. Betroffen waren in unserem Landkreis zirka 11 000 Hektar (14 000 Fußballfelder). Zum größten Teil sind Fichten umgefallen. Nun zeigt sich: „Der Wald hat sich nach der Aufforstung wieder geschlossen“, sagt Gerst. „Wir konnten reine Fichtenbestände ersetzen durch Mischbestände mit Nadel- und Laubholz“, sagt Jochen Arnold, stellvertretender Leiter des Forstamts Frankenberg.

Alle Windwurfflächen seien innerhalb von sieben Jahren mit Mischwaldkulturen neu bepflanzt worden – vor allem da, wo vorher Fichten-Monokulturen standen. Vorteil: Mischwälder mit Laub- und Nadelbäumen sind widerstandsfähiger gegen Stürme und Klimawandel. Sie verursachen weniger Kosten bei der Pflege. So erhöht sich die Artenvielfalt. 19 Millionen Euro hat hessenweit die Wiederaufforstung gekostet, in Waldeck-Frankenberg wurden zwei Millionen neue Bäume gepflanzt. „Kyrill hat uns hohe Verluste beschert“, sagt Gerst. Jedoch sei durch ihn die Grundlage für einen deutlich robusteren und wirtschaftlicheren Wald entstanden. Schon jetzt hätten sich hessenweit die Holzvorräte nach dem Verlust von 5,6 Millionen Kubikmetern durch Kyrill erholt. „In Sachen Waldpflege nehmen wir inzwischen bundesweit eine Spitzenstellung ein“, sagt Gerst.

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