Langfristige Corona-Folgen machen Sorgen

Waldeck-Frankenberger Unternehmen halten an geplanten Ausbildungen fest

Ausbildungsplätze trotz Coronakrise erhalten: Noch sind die handwerklichen Betriebe wenig betroffen. Daher wollen sie auch weiterhin Ausbildungsplätze anbieten.
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Ausbildungsplätze trotz Coronakrise erhalten: Noch sind die handwerklichen Betriebe wenig betroffen. Daher wollen sie auch weiterhin Ausbildungsplätze anbieten.

Die Kreishandwerkerschaft um Hauptgeschäftsführer Gerhard Brühl und Kreishandwerksmeister Ulrich Mütze zeigt sich optimistisch, dass die Handwerksbetriebe weiterhin Ausbildungsplätze anbieten können.

Ein Beispiel dafür ist das Korbacher Bauunternehmen Fr. Fisseler, das an den geplanten Plätzen festhält. „Für dieses Jahr haben wir keinen Ausbildungsplatz streichen müssen“, sagt Geschäftsführer Dr. Michael Pielert, „wir haben zehn Auszubildende, in verschiedenen Lehrjahren und einen dualen Studenten.“

Durch die Coronakrise habe es im Unternehmen Anpassungen gegeben, die auch die Auszubildenden betreffen. „Der Berufsschulunterricht ist ausgefallen und ein überbetrieblicher Unterricht am Lehrbauhof konnte nicht stattfinden“, erklärt er, „sonst können die Abzubildenden aber dem gewohnten Berufsalltag nachgehen.“

Allerdings bleibe abzuwarten, wie die mittel- und langfristigen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie ausfallen. „In einzelnen Branchen sind bereits Einbrüche zu verzeichnen, diese könnten demnächst das Handwerk und damit einhergehend auch das Baugewerbe betreffen“, betont Pielert, „das hätte dann auch einen direkten Einfluss auf Ausbildungsmöglichkeiten und das Angebot der Unternehmen.“

Firmen erhalten noch Aufträge

Auftragsnot, die unter anderem auch den Veranstaltungsbereich betrifft. Die Gemündener Firma Depro ist da jedoch eine Ausnahme und erhält noch weiter Aufträge „Wir haben das Glück, dass wir durch den Betrieb des Autokinos in Marburg genug Arbeit für das Personal haben – wenn sich natürlich auch deren Schwerpunkte etwas verschoben haben“, berichtet Matthias Fischer, neben Michael Deuker und Sebastian Schmitt einer der Geschäftsführer des Unternehmens in der Wohrastadt.

Wie die zukünftige Entwicklung sei, darüber könne man als Veranstalter schlecht orakeln. Fischer: „Wir hoffen jedenfalls, dass es die Auftragslage auch weiterhin zulässt, dass wir uns der fachlichen Ausbildung widmen können – wobei wir in der Regel nur einen Auszubildenden oder dualen Studenten parallel haben.“

Weit mehr Ausbildungsplätze bietet das Allendorfer Unternehmen Viessmann. Derzeit beschäftigt der Betrieb 201 Auszubildende und duale Studenten. Auch dort habe man die Plätze aufgrund der Coronakrise nicht reduzieren müssen.

Um die Auszubildenden zu schützen und Ausbildung und duales Studium dennoch bestmöglich realisieren zu können, seien umfangreiche Vorkehrungen getroffen worden. Die kaufmännischen Auszubildenden, sowie ein Großteil der dualen Studenten im Praxiseinsatz arbeiten zurzeit im Mobile-Working-Modus. Dabei werden sie von der Berufsschule, den Ausbildern, den Beauftragten aus den Fachbereichen und den Dozenten der Hochschule betreut.

Die technischen Auszubildenden befinden sich hingegen, aufgeteilt in zwei Gruppen, im wöchentlichen Wechsel zwischen dem „Mobile Working“ und dem technischen Ausbildungszentrum.

Korbacher Arbeitsagentur bietet auch weiterhin Unterstützung

Auch in Krisenzeiten ist es wichtig, an die Zeit nach der Schule zu denken. Manche Schüler haben noch keine Ideen und benötigen Unterstützung bei der Entscheidung für einen Beruf oder ein Studium. 

Dabei hilft die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Korbach. Weil die Beraterinnen und Berater derzeit nicht an den Schulen präsent sein können, wurde eine Schüler-Hotline unter 05631/957-158 eingerichtet. Dort können allen Fragen rund um das Thema Ausbildung und Studium gestellt werden. 

Eine Kontaktaufnahme ist auch per Mail an korbach.berufsberatung@arbeitsagentur.de möglich. Über das Gespräch mit den Berufsberatern hinaus bietet die Arbeitsagentur auch digital viele Möglichkeiten. Unter www.arbeitsagentur.de/bildung gibt es Berufe-Videos, Infos rund um die Bewerbung, Selbsterkundungstools und aktuelle Ausbildungsstellen der Region.

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