Natur  ein idealer Lernort

Waldkindergärten werden in Waldeck-Frankenberg immer beliebter

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Bei jedem Wetter draußen: Am Waldrand bei Bottendorf hat die Waldgruppe der evangelischen Kindertagesstätte Bottendorf ihren Treffpunkt. 

Waldeck-Frankenberg.  Drei Waldkindergärten gibt es bereits in Waldeck-Frankenberg. Über zwei weitere Waldgruppen wird diskutiert.

Ob bei Schnee, Regen oder Sonne: Im Waldkindergarten spielen, lernen und bewegen sich die Kinder die ganze Woche über im Freien. Diese Form der frühkindlichen Erziehung gewinnt auch im Landkreis Waldeck-Frankenberg immer mehr Freunde.

Drei Waldkindergarten-Gruppen gibt es schon: in Allendorf-Osterfeld, in Bad Arolsen und in Burgwald-Bottendorf. Auch die Stadt Korbach erwägt die Einrichtung einer Waldkita. Als sie kürzlich zu einer Infoveranstaltung einlud, kamen mehr als hundert Interessierte. In Bad Wildungen wird nachgedacht über eine Waldgruppe, die auch Gartenarbeit integriert.

„Der Wald bietet ein riesiges Betätigungsfeld für Erfahrungen und Erlebnisse“, sagt die Bottendorfer Kita-Leiterin Irmgard Ratajczyk. „Die Kinder erleben die Jahreszeiten und Naturvorgänge unmittelbar. Sie können ihren Bewegungsdrang gut ausleben. Kreativität und Fantasie entstehen, denn die Spielsachen stellt die Natur. Und die Kinder sind weniger krank. Sie sind Wind und Wetter ausgesetzt. Das stärkt das Immunsystem“, sagt die Kita-Leiterin.

Regenfeste Funktionskleidung seien dabei wichtig. Und die Eltern müssten sich auf mehr Schmutzwäsche einstellen. Seit August 2017 gibt es in Bottendorf die Waldruppe. „Seitdem hat noch keines der 20 Kinder gesagt, dass es am nächsten Tag nicht mehr kommen wolle“, schildert Erzieherin Susanne Schütz.

„Der Wald ist ein idealer Lernort“, bestätigt Beate Hecker, Kita-Fachaufsicht beim Landkreis Waldeck-Frankenberg und verweist auf positive Ergebnisse eines vierjährigen hessenweiten Modellprojekts „Natur bildet“, das der Marburger Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit zusammen mit zwei Marburger Kitas umgesetzt hat. Grundvoraussetzung sei allerdings, dass die Eltern hinter dem Konzept stünden. 

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