Sommerserie: 12 Uhr mittags auf dem Campingplatz Teichmann

Warten auf die Mittagssonne

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Feuerkorb statt Sommerwärme: Arian, Jannick, Felix, Tim und Florian (v. l.) helfen sich selbst.

Waldeck-Frankenberg - Eine halbe Stunde am Mittag: Die Redakteure von WLZ-FZ nehmen sich in den Sommerferien Zeit - für Orte, Menschen, die Natur und überraschende Begegnungen. Was geschieht um 12 Uhr mittags im Landkreis?

Aus Zelten mit knittrigen Plastikfenstern blicken Urlauber auf mittägliche Passanten, während auf dem Campingplatz Teichmann in Herzhausen am Mittwoch Regentropfen auf Wohnwagen prasseln. Manche treibt schiere Notwendigkeit ins Freie: Einen Sack am Lenker befestigt, radelt eine Frau zu den Müllcontainern. Andere haben ihre helle Freude am trüben Wetter: Zwei kleine Mädchen unter einem viel zu großem Regenschirm spazieren über den Platz und tuscheln. Worüber sie reden, ist nicht zu hören - bis eine empört „Aliya“ ruft. „Entschuldigung“, quittiert diese lachend, zusammen gehen sie weiter durch den Regen.

Jede Sonnenminute nutzen

Einige junge Frankfurter haben es sich auf einem Steg gemütlich gemacht, sitzen rund um einen Feuerkorb. Um die Temperatur sommerlich zu halten, steht einer von ihnen auf, schnappt sich die Axt und zerhackt einen Holzscheit.

„Der Sommer ist wie Winter“, kommentiert eine Straße weiter Dauergast Carmen Peter. Partner Sven Böhm sieht das anders, er hat schon die Ärmel hochgekrempelt, ein Nachbar ist gleich im T-Shirt zu Besuch gekommen.

Der luftig bekleidete Camper hat sich richtig entschieden: Plötzlich kommt die Sonne raus, Dutzende Kinder folgen ihr prompt. Die Badmintonschläger in den Händen verlassen zwei Mädchen ihr Zelt. Bloß ein zweifelnder Blick nach oben, dann sind sie mitten im Spiel. Ein Junge erkundigt sich derweil bei Mitarbeiterinnen des Platzes nach den Preisen für das Ponyreiten. Zufrieden mit der Auskunft ruft er laut „Ja“ und düst mit seinem Kettcar davon. Als ihm an der Kreuzung eine junge Radfahrerin die Vorfahrt nimmt, weicht er aus, entschuldigt sich fröhlich und fährt weiter, um die Zeit des Sonnenscheins zu nutzen.

Von Wilhelm Figge

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