Kommunen entscheiden selbst über Abbau der Sirenen

Warum es trotz Digitalfunk noch Sirenen im Landkreis gibt

Waldeck-Frankenberg. Einst waren Sirenen das Mittel der Wahl, um die Feuerwehr zu alarmieren und die Bürger zu informieren. Inzwischen sind sie aber in immer mehr Orten in Waldeck-Frankenberg verstummt. Aber nicht für immer.

Immer mehr Wehren haben ihre Aktiven mit Meldeempfängern für Digitalfunk ausgestattet und der Alarm erfolgt „still“. Unsere Umfrage in den Kommunen zeigt aber, dass die Sirenen fast nirgends eingemottet worden sind. Denn nicht überall haben alle Feuerwehrkameraden einen Meldeempfänger. 

In vielen kleinen Ortsteilen werden Sirenen noch immer zum Alarmieren der Wehr genutzt. Und auch wenn es einen stillen Alarm gibt – wie etwa in der Kernstadt von Bad Wildungen, Frankenberg, Frankenau, Korbach und Volkmarsen –, werden die Sirenen regelmäßig gewartet.

Denn eine Aufgabe der Kommunen nach dem Hessisches Brand- und Katastrophenschutzgesetz ist die Warnung der Bevölkerung im Katastrophenfall. „Daher sollte seitens der Kommunen sehr genau über eine Abschaffung der Sirenen nachgedacht werden“, sagt Landkreissprecherin Petra Frömel. Jede Kommune entscheide selbst über den Abbau und wie sie ihre Einwohner im Katastrophenfall informiert.

Eine Gemeinde, die auf- statt abbaut, ist Willingen. „Die Sirenen dienen als Rückfallebene für den Digitalfunk“, sagt Bürgermeister Thomas Trachte. Daher sollen 2019 zwei neue Sirenen angeschafft werden. In den Ortsteilen gibt es noch Sirenen. Hintergrund: Im Upland war am 4. Mai 2017 kurz das Telekomnetz ausgefallen, damit funktionierten auch die Digitalempfänger nicht. In Willingen und wie jüngst auch in Roda, wo Sturm Friederike zwei Bäume auf einen Funkmasten fallen ließ – konnten die Wehren auf ihre alten analogen Funkgeräte zurückgreifen, die noch nicht entsorgt worden waren

Hintergrund: Digitalfunk

Mit dem Digitalfunk nutzen alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben ein bundesweit einheitliches, flächendeckendes Netz. In der Praxis bedeutet dies, dass beispielsweise die Bundespolizei in Frankfurt am Main ebenso mit der Bundespolizei in Potsdam kommunizieren kann wie auch Polizeien der Länder, Feuerwehren, Rettungsdienste und so weiter, heißt es bei der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Als seine Vorteile werden unter anderem bessere Sprachübertragung ohne störende Nebengeräusche genannt, die Möglichkeit der Übertragung von Kurznachrichten (zum Beispiel Einsatzinformationen und der Zustand von Patienten), Abhörsicherheit, hohe Verfügbarkeit und bessere Flächenabdeckung.

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Rubriklistenbild: © Andreas Rother

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