Post- und Paketzusteller müssen jetzt besonders achtsam sein

Wasserkanister im Lieferwagen: So verhält sich die Post in der Corona-Krise 

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Pakete werden ausgeliefert: Um die Infektionsgefahr zu reduzieren, verzichten Zusteller schon seit einigen Tagen überall auf die übliche Unterschrift der Empfänger von Paketen

Seit fast zwei Wochen verbringen die Menschen wegen der Corona-Krise einen Großteil ihrer Zeit zu Hause. Geschäfte, die nicht zur Grundversorgung gehören, sind geschlossen. Darunter leiden Einzelhändler, die nun aber auch verstärkt auf ihren Lieferservice hinweisen.

Da viele Menschen in diesen Tagen online bestellen und sich Waren nach Hause schicken lassen, stellt sich die Frage: Können die Lieferdienste das erhöhte Pensum überhaupt schaffen und wie verhält es sich mit dem Schutz von Kunden und Mitarbeitern? Wir fragten bei der Deutschen Post nach, worauf die Zusteller des konzerneigenen DHL-Paketdienstes derzeit besonders achten müssen.

Gibt es aktuell einen deutlichen Anstieg bei den Paketsendungen?

„Wir stehen kurz vor dem Osterfest, da haben unsere Zusteller generell mehr zu tun. Gut möglich, dass das auch mit der Corona-Krise zusammen hängt, doch diesbezüglich erheben wir keine genauen Daten“, sagt Thomas Kutsch von der Deutschen Post DHL Group. Der Pressesprecher ist unter anderem auch für das Postleitzahlengebiet (Anfangsziffern 34) im Waldecker Raum zuständig.

Thomas Kutsch.Pressesprecher bei derDeutschen Post DHL Group

Wie werden die Mitarbeiter der Deutschen Post – insbesondere die Paketzusteller – sowie Kunden vor einer Infektion mit dem Corona-Virus geschützt?

Zusteller verzichten schon seit einigen Tagen überall auf die übliche Unterschrift der Empfänger von Paketen, um die Infektionsgefahr zu reduzieren. „Um Mitarbeiter und Kunden zu schützen, werden die Sicherheitsvorkehrungen gemäß den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts ergriffen. So arbeiten zum Beispiel Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Zustellung derzeit in zwei unterschiedlichen Schichten, um den gegenseitigen Kontakt zu minimieren“, berichtet Kutsch. Für die Zustellung seien in den vergangenen Tagen rund 30 000 Liter Handdesinfektionsmittel zusätzlich zur Verfügung gestellt worden. Zustellfahrzeuge würden mit einem Wasserkanister ausgestattet, so dass auch während der Zustelltour eine Händereinigung möglich sei. Die Deutsche Post habe über tausend Schutzwände für den Tresen- und Thekenbereich produziert, mit denen die Partner-Filialen nun sukzessive ausgestattet würden.

Was passiert, wenn sich Mitarbeiter bei der Deutschen Post mit dem Coronavirus infizieren?

„Wenn bei uns Fälle bekannt werden, ergreifen wir unverzüglich Maßnahmen. Wir arbeiten eng mit den örtlichen Gesundheitsbehörden und internationalen Organisationen wie zum Beispiel der WHO sowie mit dem Robert-Koch-Institut und Public Health in England zusammen, um die empfohlene Vorsichtsmaßnahmen umzusetzen“, berichtet Kutsch. Generell gelte aber: Das Risiko, dass sich der Covid-19-Virus durch Kontakt mit Objekten, wie Scannern, Paketen oder Sendungen ausbreiten könne, sei nach den Aussagen der Experten sehr gering.

Wenn es infolge der anhaltenden Beschränkungen zu einer erhöhten Zahl an Online-Bestellungen und daher zu mehr Zustellungen kommt, stellt sich die Frage: Ist die Post darauf vorbereitet?

Unsere betrieblichen Planungen sind darauf ausgerichtet, temporär auch deutliche Mehrmengen bewältigen zu können. Es kommt aktuell daher auch zu keinen Verzögerungen bei der Auslieferung von Brief- und Paketsendungen.

Gibt es tatsächlich überhaupt keine Probleme?

Doch. Angesichts der derzeitigen Situation kommt es vor, dass einzelne Filialen oder DHL-Paketshops aufgrund von Krankheit oder wegen fehlender Kinderbetreuung bei den Mitarbeitern infolge der Kita- und Schulschließungen zu sind oder nur noch eingeschränkte Öffnungszeiten haben. Darauf weist Thomas Kutsch hin. Dennoch seien der weit überwiegende Teil der Partner-Filialen und DHL-Paketshops auch weiterhin geöffnet und die Versorgung derzeit flächendeckend sichergestellt.

Um Kontakte in Filialen zu vermeiden, können Kunden Paketstationen nutzen. Ist das Interesse an dieser Möglichkeit gestiegen? Baut die Post das Netz der Paketstationen wegen der Corona-Krise womöglich weiter aus?

„Wir werben in der Tat aktuell noch mehr als sonst dafür, dass Kunden unsere Paketstationen nutzen. Wir bauen das Netz ohnehin schon massiv aus, weil die Nachfrage nach Paketstationen steigt – nicht erst seit der Corona-Krise“, berichtet Thomas Kutsch.

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