Frust bei den Betreibern ist groß

Wegen hoher Inzidenz können Campingplätze noch nicht für Touristen öffnen

Hofft darauf, zeitnah auch für Touristen öffnen zu dürfen: Ernst-Rudolf Müller, Betreiber des Camping- und Ferienparks Teichmann in Herzhausen.
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Hofft darauf, zeitnah auch für Touristen öffnen zu dürfen: Ernst-Rudolf Müller, Betreiber des Camping- und Ferienparks Teichmann in Herzhausen.

Der Frust auf den Campingplätzen in Waldeck-Frankenberg ist groß, weil sie wegen hoher Corona-Zahlen noch nicht öffnen können.

Waldeck-Frankenberg – Keine Gäste an Ostern und Himmelfahrt, tote Hose an Pfingsten und womöglich noch über das Fronleichnamswochenende: Die Campingplätze in Waldeck-Frankenberg bleiben noch geschlossen. „Wir wollen nicht nur für Dauercamper, sondern auch für Touristen öffnen. Dass wir alles für die Sicherheit der Gäste in der Corona-Pandemie tun und diese sich selbst auch vernünftig verhalten, haben wir doch 2020 gesehen“, sagt Ernst-Rudolf Müller, der den Camping- und Ferienpark Teichmann in Herzhausen betreibt.

Müller weiß natürlich, dass derzeit die Bundesnotbremse gilt. Diese hat zur Folge, dass touristische Übernachtungen verboten sind, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz stabil über 100 liegt. „Daher müssen wir in Waldeck-Frankenberg runter mit der Inzidenz. Alle Bürgerinnen und Bürger müssen sich anstrengen, um das zu erreichen. Leider scheint einigen Menschen aber nicht ganz klar zu sein, was es für heimische Betriebe bedeutet, kein Einkommen zu haben.“

Campingplätze geschlossen: Brief an Ministerpräsidenten geschrieben

Der Herzhäuser ist allerdings auch der Meinung, dass die Inzidenz keinen zu großen Einfluss auf einen Camping-Urlaub haben darf. „Das sollten auch die politischen Entscheidungsträger in Berlin einsehen. In der Pandemie muss es doch vor allem darum gehen, die Menschen in die Natur zu bringen.“ Bei der Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregelungen sei ein Campingurlaub daher ideal.
Müller ist auch Vorsitzender des Verbands der hessischen Campingwirtschaft. In dieser Funktion hat er vor einem Monat einen Brief an Ministerpräsident Volker Bouffier geschrieben. Seine Forderung nach schneller Öffnung der hessischen Campingplätze verbindet er in dem Schreiben mit dem eindringlichen Hinweis, dass das Infektionsrisiko dort äußerst gering sei.

Müller betont weiter, dass 25 Prozent des Jahresumsatzes im Tourismus über die Feiertage Ostern, 1. Mai, Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam generiert würden. Diese Einnahmen seien bereits weg. Als großer Campingplatz könne er die Krise derzeit noch bewältigen. Viele andere Betreiber seien aber in einer sehr schwierigen Lage. Das zeigt sich zum Beispiel auf dem Campingplatz Pferdekoppel auf Scheid. „Durch die fehlenden Touristen haben wir enorme Einbußen. Wir können zwar durch die Dauercamper etwas kompensieren, aber längst nicht alles. Die laufenden Kosten übersteigen die Einnahmen bei weitem“, sagt Betreiberin Sabine Schmittat.

In den meisten Bundesländern Camping erlaubt

In den meisten Bundesländern – auch in Hessen – sind touristische Übernachtungen auf Campingplätzen wieder erlaubt – aber nur in Landkreisen, in denen die Inzidenz an mindestens fünf Tagen hintereinander unter 100 liegt. Damit tritt die Bundesnotbremse außer Kraft. Ist dies der Fall, können weitere Lockerungen, Tests-Strategien sowie Ausnahmen für Negativ-Getestete, Genesene und Geimpfte auf den Plätzen beschlossen werden. Der Bundesverband der Campingwirtschaft fasst diese hier zusammen: bvcd.de/corona/laenderregelungen.

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