Nordmanntannen überstehen Trockenheit, Jungpflanzen leiden

Weihnachtsbäume werden nach Dürre nicht teurer

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Sie züchten Weihnachtsbäume: Martin Regenbogen und seine Schwester Charlotte Regenbogen-Backhaus vom Hofgut Treisbach in Oberorke. Kunden sei nicht nur die Größe des Baumes wichtig, sondern auch das Aussehen, sagen sie. 

Waldeck-Frankenberg. Wer in diesem Jahr einen Weihnachtsbaum kauft, muss nicht befürchten, dass der wegen der extremen Trockenheit dieses Sommers teurer ist als üblich. Laut Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger bleiben die Preise weitgehend stabil.

Denn der „mit Abstand beliebteste“ Weihnachtsbaum, die Nordmanntanne, könne mit ihrer Pfahlwurzel im Gegensatz zu anderen landwirtschaftlichen Kulturen Trockenzeiten „extrem gut aushalten“.

Anders ist die Situation bei den Jungpflanzen: Hier haben nach Auskunft von Carsten Thiel vom Hessischen Waldbesitzerverband vor allem Betriebe in Nordhessen und im Odenwald Ausfälle von teilweise mehr als 50 Prozent der 2018 angepflanzten Kulturen zu verzeichnen.

„Die Anbauflächen in Hessen und den angrenzenden Bundesländern haben in den vergangenen Jahren allerdings zugenommen, so dass der Selbstversorgeranteil gewachsen ist und der diesjährige Ausfall kompensiert werden kann“, sagt Thiel.

Die derzeit angebotenen Weihnachtsbäume hätten in den vergangenen Wochen durch Nebel und Tau über die Nadeln einiges Wasser aufnehmen können.

Nach Mitteilung des Bundesvorstandes der Weihnachtsbaumerzeuger gehe der Importanteil zurück auf unter zehn Prozent. Vor zehn Jahren seien noch gut 25 Prozent der Weihnachtsbäume aus dem Ausland gekommen.

Importierte Weihnachtsbäume stammen laut dem Frankenberger Forstamtsleiter Andreas Schmitt überwiegend aus Dänemark und Polen, viele kämen auch aus dem Sauerland.

Insgesamt würden rund 27. Millionen Bäume in Deutschland verkauft – außer der Nordmanntanne vor allem Blaufichte, Rotfichte und Nobilistanne, sagt der Bundesverband. Gefragt seien eher kleine Bäume von 1,50 bis 1,75 Metern Höhe – mit steigendem Anspruch der Kunden an Makellosigkeit.

Von Susanna Battefeld

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