Bestandsaufnahme eines Welterbes: Buchautor Norbert Panek schlägt Alarm

Die Axt im Buchenwald

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Deutschlands Buchenwälder hat Norbert Panek (Korbach) in seinem neuen Buch unter die Lupe genommen. Das Ergebnis sei alarmierend, betont der Buchenwaldexperte und Leiter des heimischen Geoparks „Grenz-Welten“.

WALDECK-FRANKENBERG. „Deutschland, deine Buchenwälder“: Der Korbacher Norbert Panek hat in einem neuen Buch viele Daten, Fakten und Analysen zum Ökosystem der Rotbuche erarbeitet. Zugleich liefert das taufrisch erhältliche Buch eine Fülle an Fotos mit spektakulären Einblicken in den deutschen Wald.

Aber der Autor macht ebenso unmissverständlich klar, dass die gängige deutsche Forstwirtschaft keineswegs ein Paradies für den Paradebaum der Deutschen sei. Könnte die Natur, wie sie wollte, würden auf etwa zwei Drittel der deutschen Landesfläche vor allem Buchen wachsen, schildert Panek. Denn in Deutschland liegt das weltweite Zentrum für „Fagus sylvatica“ – die Rotbuche. Insgesamt ist die Verbreitung dieser Baumart auf Europa begrenzt. Tatsächlich seien aber in Deutschland nur noch klägliche Reste vom ursprünglich vermuteten Terrain der Rotbuche vorhanden. Heute stünden auf etwa 50 Prozent der noch vorhandenen Waldfläche Deutschlands Fichten und Kiefern, wo eigentlich Buchen wachsen müssten. Selbst die wenigen Waldflächen, auf denen die Mischung der Baumarten noch dem Natur-Vorbild entspricht, seien in ihrer Struktur und in ihrer Arten-Ausstattung massiv verändert worden. Die Daten sind nach Paneks Ansicht „alarmierend“. Zumal in Hessen auch in Schutzgebieten eine „rigorose Form“ der Forstwirtschaft betrieben werde: „Es wird viel über unser „Weltnaturerbe“ geredet, aber fast nichts dafür getan“, beklagt Panek. (jk/r)

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