Kind krank: Eltern verzichten auf Geld

Nur wenige Waldeck-Frankenberger beantragen Kassenleistung

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Wenn das Kind krank ist und Mama oder Papa nicht an die Arbeit können, gibt es für gesetzlich Versicherte Geld von der Krankenkasse. Gezahlt werden bis zu 70 Prozent des Bruttolohns des Elternteils, der zu Hause bleibt.

Waldeck-Frankenberg. Wenn das Kind krank ist und Mama oder Papa nicht an die Arbeit können, gibt es für gesetzlich Versicherte Geld von der Krankenkasse. Gezahlt werden bis zu 70 Prozent des Bruttolohns des Elternteils, der zu Hause bleibt.

Doch nur ein ganz geringer Anteil der Versicherten in Waldeck-Frankenberg nimmt den Anspruch auf das Kinderpflegekrankengeld wahr. Die große Mehrheit der Eltern verzichtet auf das Geld der Krankenkassen. Bei der Techniker Krankenkasse beispielsweise sind im Kreis insgesamt 9717 Versicherte anspruchsberechtigt.

Nur 270 davon haben im vergangenen Jahr Kinderpflegekrankengeld bezogen. Ähnlich die Zahlen der AOK: Nur 70 Mütter und Väter – gerade 1,9 Prozent der Korbacher AOK-Mitglieder, haben im vergangenen Jahr die Zahlung von Kinderpflegekrankengeld beantragt. Die Stadt liegt damit unter dem Durchschnitt im Bund (2,8 Prozent). In Frankenberg beantragten 2,4 Prozent der Versicherten die Leistung, in Bad Wildungen waren es 1,8, in Bad Arolsen 2,0. Warum so wenige das Kinderkrankengeld in Anspruch nehmen, ist auch den Krankenkassen ein Rätsel. „Entweder ist diese Alternative nicht ausreichend bekannt oder Eltern neigen bei uns eher dazu, Urlaub zu nehmen, wenn die Windpocken bei ihrem Nachwuchs ausbrechen“, meint dazu Ralf Trebing, der Leiter des AOK-Centers Kassel.

Das Geld wird nur mit ärztlichem Attest und auf Antrag gewährt. Den meisten Eltern ist das offenbar zu kompliziert. Sie nutzen alle anderen Optionen, um ihr krankes Kind betreuen zu können. Für Hessen bestätigt die DAK das geringe Interesse. Mit 0,9 Prozent der Versicherten, die das Geld beantragten, bilde das Land bundesweit das Schlusslicht. Traditionell sei der Anteil in ostdeutschen Bundesländern höher. Trend am Rande: Der Anteil der Väter, die sich wegen ihres kranken Kindes von der Arbeit abmeldeten, war 2016 mit 23 Prozent höher als je zuvor.

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