Corona-Pandemie hat starken Einfluss auf die Kriminalstatistik 2020

Weniger Einbrüche und Körperverletzungen in Waldeck-Frankenberg

Festnahme: Im vergangenen Jahr wurden in Waldeck-Frankenberg 5217 Straftaten registriert. Die Aufklärungsquote lag bei 67,5 Prozent – das ist die zweithöchste in Nordhessen. 
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Festnahme: Im vergangenen Jahr wurden in Waldeck-Frankenberg 5217 Straftaten registriert. Die Aufklärungsquote lag bei 67,5 Prozent – das ist die zweithöchste in Nordhessen. 

Die Corona-Pandemie sorgt dafür, dass die Menschen in Waldeck-Frankenberg ihre Zeit häufiger zu Hause verbringen. Dies wiederum hat zu einem spürbaren Rückgang bei der Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle im Landkreis beigetragen.

Die Fälle sanken 2020 auf 71, 2019 hatte die Zahl noch bei 86 gelegen. 56,3 Prozent der Einbrüche endeten 2020 im Versuchsstadium.

„Die Corona-Lockdowns und die damit verbundene Tatsache, dass sich in den Wohnungen und Häusern zu den Haupteinbruchszeiten zwischen 16 und 20 Uhr oft Menschen aufgehalten haben, hat die Einbrecher abgeschreckt“, berichtet Dirk Richter von der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg. Achim Kaiser weist darauf hin, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche 2020 so niedrig gewesen sei wie seit zehn Jahren nicht mehr. Zusammen mit Dirk Richter stellte der Leiter der Polizeidirektion am Freitag, 19. März, die polizeiliche Kriminalstatistik für Waldeck-Frankenberg vor. Coronabedingt fand dies im Telefongespräch mit unserer Zeitung statt.

Achim Kaiser, Leiter der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg

Auch die Zahl der Körperverletzungsdelikte ist nach Auskunft Achim Kaisers 2020 deutlich zurückgegangen – und zwar um 16,9 Prozent. Insgesamt zählte die Polizei 593 Taten, 2019 waren es noch 714 gewesen – das war der höchste Wert seit zehn Jahren. „Generell ist zu sagen, dass die Kriminalstatistik für das zurückliegende Jahr nicht vergleichbar ist mit den Zahlenwerken aus den Jahren davor. Corona hat einen erheblichen Einfluss auf die einzelnen Straftats-Statistiken“, sagt Kaiser.

Dies zeige sich eben auch bei den Körperverletzungsdelikten. „Aufgrund abgesagter Veranstaltungen und der monatelangen Schließung von Lokalen haben die Zahlen hier deutlich abgenommen“, so Kaiser. Dirk Richter fügt in diesem Zusammenhang hinzu: „Auf der Feiermeile in Willingen gibt es in der Regel viele so genannte Konfliktstraftaten. Im Lockdown war dort natürlich nichts los, also sanken insgesamt auch die Körperverletzungsdelikte.“

Insgesamt sind in Waldeck-Frankenberg 2020 5217 Straftaten registriert worden. „Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 485 Fällen oder 8,5 Prozent. Das ist der niedrigste Stand der letzten 20 Jahre“, so Kaiser.

Leicht gestiegen ist die Aufklärungsquote, was Achim Kaiser besonders freut. „Mit 67,5 Prozent ist sie die höchste je im Landkreis erzielte Quote“, sagt der Direktionsleiter.

Im negativen Sinne sind dagegen die Sexualdelikte gestiegen – was vor allem am Anstieg der Fälle beim Verbreiten pornografischer Schriften lag. „Der Anstieg der Fallzahlen von 32 auf 65 Straftaten im Jahr 2020 kann insbesondere mit einer intensivierten Kontrolltätigkeit im Bereich der Kinderpornografie erklärt werden“, so Kaiser. Mittlerweile seien auch amerikanische Provider vermehrt bereit, Daten herauszugeben, die dabei helfen, die Täter zu fassen.

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