Katholische Gemeinden werden zusammengelegt

Weniger Gläubige: Zahl der Priester sinkt

So wenig Männer wie nie lassen sich in Deutschland zu katholischen Priestern weihen. Norbert Rasim ist als Priester zuständig für Vöhl, Frankenberg und Gemünden. Er hat sich erst sehr spät dafür entschieden. Zuvor arbeitete er bei der Lufthansa, in einem Hotel, als Rettungssanitäter und Standesbeamter. Foto: Pflug

Waldeck-Frankenberg. Mit der Zahl der Katholiken im Landkreis sinkt auch die Zahl der Priester. In den 90er-Jahren seien es noch fünf Weihen pro Jahr gewesen, inzwischen nur noch zwei bis drei, sagt Christof Ohnesorge, Sprecher des Bistums Fulda, das auch für einen Großteil der Katholiken in Waldeck-Frankenberg verantwortlich ist. Eine der Konsequenzen von weniger Priestern und Gläubigen: Es werden Gemeinden zusammengelegt.

In einer Gebietsreform befindet sich gerade die Pfarrvikarie St. Marien in Battenberg. Ab dem 1. Januar 2018 wird die Vikarie endgültig zum Pastoralen Raum Biedenkopf gehören, sagt Stephan Schnelle, Pressesprecher des Bistums Limburg. Zu dem gehören auch Biedenkopf, Breidenbach, Gladenbach und Bad Endbach. Es ist damit die flächengrößte Pfarrei des Bistums Limburg. Einen eigenen Priester hat St. Marien nicht mehr. Geleitet wird der Pastorale Raum von Pfarrer Christoph Henschel, den das Bistum laut Schnelle aus dem Bistum Paderborn ausgeliehen hat. Zusätzlich gebe es aber noch zwei weitere Priester, einen Diakon und vier pastorale Mitarbeiterinnen. Pfarrbeauftragte in Battenberg ist Claudia Heuser, die als Frau jedoch keine priesterlichen Aufgaben wie die Eucharistiefeier oder die Taufe übernehmen darf. Die Zahl der Katholiken im Kreis Waldeck-Frankenberg ist von 2005 bis 2015 um zehn Prozent auf 23 414 gefallen. Gleichzeitig zeigen Zahlen des Bistums Paderborn – zu dem die meisten Katholiken im Kreis gehören – , dass auch weniger von ihnen den Gottesdienst besuchen. 16,9 Prozent waren es im Jahr 2000, 2015 nur noch 10,4 Prozent. Das könnte ein Hinweis auf die gesellschaftliche Glaubenskrise sein. Die ist laut Fuldaer Bistumssprecher ein Grund für Priestermangel und die schwindende Zahl der Katholiken. Der wichtigste Grund aber sei der demographische Wandel.

Von Michaela Pflug

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