Landkreis stellt die Energiebilanz des Eigenbetriebs Gebäudemanagement vor

Weniger verbraucht, mehr bezahlt

Waldeck-Frankenberg - Schulen, Sporthallen, Büros: 77 Liegenschaften mit insgesamt 250 Gebäuden hat das Gebäudemanagement des Landkreises im Blick. Gestern stellte Jens Deutschendorf die Energiebilanz vor. Mit einem Ergebnis, das ihm Mut macht.

Wasser, Wärme, Strom: Der Landkreis hat den Energieverbrauch in den vergangenen neun Jahren in Schulen, Sporthallen und Verwaltungsgebäuden um 21 Prozent gesenkt. So weit, so gut. Die Kosten allerdings sind im selben Zeitraum um 54 Prozent gestiegen.

Und trotzdem sind Nico Wirth vom Eigenbetrieb Gebäudemanagement und Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf nicht unzufrieden: „Wir leisten unseren Beitrag zur Energieeinsparung“, stellt Deutschendorf bei der Präsentation der Energiebilanz des Eigenbetriebs fest, „und wenn wir den Verbrauch nicht so deutlich gesenkt hätten, wäre die Kostensteigerung noch viel deutlicher ausgefallen.“ Ein Erfolg des Energiemanagements also. Dessen Mitarbeiter haben alle Liegenschaften im Blick. „Und wenn der Verbrauch an irgendeiner Stelle explodiert, können wir sofort reagieren“, erklärt Deutschendorf.

Struktureller Wandelin den Schulen

330000 Quadratmeter Fläche messen die Liegenschaften insgesamt. 29 Millionen Kilowattstunden Wärmeenergie wurden 2013 verbraucht, vier Prozent weniger als im Vorjahr. „Und auch im Vergleich mit anderen Landkreisen, sind unsere Werte gut“, sagt Wirth. Den Mittelwert unterbieten die Waldeck-Frankenberger deutlich, den Richtwert streben sie an.

Beim Strom verbucht der Landkreis ähnliche Erfolge: Zwei Millionen Kilowattstunden wurden verbraucht, drei Millionen weniger als im Vorjahr. „Und das, trotz des Strukturwandels“, erklärt Wirth. Denn mit immer mehr technischen Möglichkeiten in Schulen, wächst auch der Energieverbrauch. 4500 PC-Systeme, 2000 Laptops, mehr als 1500 Beamer und neuerdings auch elektronische Tafeln, hinzu kommen Nachmittagsangebote und die Mittagsverpflegung in Kantinen: „Wäre der strukturelle Wandel in der Schulpolitik ausgeblieben, hätte der Stromverbrauch 2012 um 23 Prozent gesenkt werden können“, erklärt Wirth.

Während die Wasserwerte konstant bleiben, sinken auch die Zahlen für Kohlenstoffdioxid. Wurden 2013 rund 8,4 Millionen Kilogramm CO ausgestoßen, sollen sich diese Werte in den nächsten Jahren deutlich verbessern. Vor allem dank des Stroms: „Denn wir haben in diesem Bereich inzwischen hundert Prozent auf erneuerbare Energien umgestellt“, erklärt Deutschendorf. Wasser und Wind liefern die nötige Energie.

„24000 Nutzer bestimmendie Bilanz mit“

Verantwortlich für die deutlichen Einsparungen seien aber vor allem die Sanierungsprogramme an Schulen und Hallen. „Durch energetische Gebäudesanierungen und die Effizienzsteigerung von vorhandener Anlagetechnik konnten wir kontinuierlich Energie sparen“, sagt Deutschendorf.

Und das soll auch so weiter gehen. Auch deshalb hat der Landkreis beim Nahwärmenetz in Gemünden Einsatz gezeigt und bezieht künftig aus dem mit Hackschnitzel betriebenen Heizkraftwerk die Wärme für naheliegende Gebäude. „Außerdem werden weitere Sanierungsarbeiten an Schulen und Hallen abgeschlossen“, erklärt Wirth, „das wird sich ebenfalls in den Zahlen niederschlagen.“ So könne der Kostenanstieg weiterhin gedämpft werden.

Und dann hoffen die Mitarbeiter beim Landkreis auch noch auf die Mitarbeit von Schülern und Lehrern. Wann schalten wir das Licht an? Wann drehen wir die Heizung auf und wann nicht? „Bei diesen Fragen müssen wir die Schüler und Lehrer mitnehmen“, sagt Wirth, „denn 24000 Nutzer bestimmen die Bilanz im Landkreis mit.“

Von Theresa Demski

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