Behörde senkt den Abfluss aus der Talsperre deutlich

Weniger Wasser aus dem Edersee: Anhaltende Trockenheit stoppt die Weserschifffahrt

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Die Edertalsperre. 

Hann. Münden. Die Trockenheit hat jetzt auch Einfluss auf die Schifffahrt auf der Oberweser. Am Dienstagabend will das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Hann. Münden den Zulauf aus der Edertalsperre in die Weser auf sechs Kubikmeter pro Sekunde begrenzen.

Das bedeute, dass der Wasserstand auf der Oberweser so tief fällt, dass ab Donnerstag kein gewerblicher Schiffsverkehr mehr möglich sei, sagt Katrin Urbitsch, Leiterin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes. Grund für die Reduzierung der Abgabe aus der Edertalsperre sei, dass bis Dienstagabend Füllmenge der Talsperre auf die kritische Marke von unter 40 Millionen Kubikmeter fällt. Dann sehe die Betriebsvorschrift vor, den Abluss zu senken. Normal sei für den Edersee eine Füllmenge von 200 Millionen Kubikmetern.

Am Pegel in Hann. Münden wird der Wasserstand von derzeit 1,15 Metern bis Donnerstag auf 75 Zentimeter fallen. Sollte es in den nächsten Wochen nicht langanhaltend regnen, könne so Urbitsch, in etwa 40 Tagen der Fall eintreten, dass die Talsperre nur noch über den „ökologischen Mindestinhalt“ von 20 Millionen Kubikmetern verfügt, also die Menge, die für Tier und Pflanzenwelt notwendig ist. Dann würde aus der Talsperre nur noch so viel Wasser in die dahinterliegen Flüsse wie die Eder fließen, wie auch einläuft. Trocken fallen dürfe auch die Eder nicht. 

Der Vorstand der IG Oberweser, Eder- und Diemelsee, zu der Kommunen und Firmen gehören, weist unterdessen Vorwürfe zurück, der Verein würde nur an die Vorteile für die Weser denken. „Wir wollen deutlich machen, dass wir den Kompromiss angestoßen haben, der dem Edersee mehr Wasser bringen soll“, unterstrich Harald Plünnecke vom Vorstand der Interessengemeinschaft gegenüber unserer Zeitung. (ems)

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