Waldeck-Frankenberg

Wenn die Kreditkarte „streikt“

- Waldeck-Frankenberg (lb). Das Chipkarten-Problem, von dem Millionen EC- und Kreditkartenbesitzer betroffen sind, beschäftigt in diesen Tagen auch die Sparkasse im Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Bundesweit sind laut dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband mehr als 20 Millionen der rund 45 Millionen ausgegebenen Girokarten von der fehlerhaften Software betroffen (wir berichteten). Bei den Raiffeisen- und Volksbanken seien bundesweit vier von 27 Millionen Karten fehlerhaft. Glück gehabt haben die Volks- und Raiffeisenbanken im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Sie wurden von dem Fehler verschont. „Unsere Kunden sind nicht betroffen. Wir haben unsere Karten überprüfen lassen und auch von den Kunden noch keine Reklamation erhalten“, sagt Mario Seitz, Vertriebsmanager bei der Frankenberger Bank. „Wir sind glücklich. Unser Kartenverlag hat uns mitgeteilt, dass die Chips in Ordnung sind“, sagt Ute Weidemann, Vorstandsassistentin der Wal­decker Bank. Auch Karl-Heinz Biederbeck von der Kasseler Bank in Korbach verkündet: „Gottseidank, wir haben keine Probleme.“ Wie viele Kunden der Sparkasse im Landkreis betroffen sind, ist derzeit unklar. Immerhin: Die Geldautomaten spucken wieder Bares aus. „Bei den Sparkassen sind bereits innerhalb weniger Stunden nach Auftreten der ersten Vorfälle bundesweit alle 25 700 Geldautomaten so umgestellt worden, dass sie alle EC-Karten verarbeiten und die Bargeldversorgung sicherstellen können“, erklärt Karlheinz Göbel, Bereich Marketing/Vertrieb der Sparkasse Waldeck-Frankenberg. Beim Einsatz von Kreditkarten an Geldautomaten könne es aber noch zu Einschränkungen kommen. „Wir empfehlen, an Geldautomaten bis auf Weiteres die EC-Karten und nicht Kreditkarten einzusetzen“, sagt Göbel. Bezahlen mit einer Kreditkarte im Internet sei ohne Einschränkungen möglich. Probleme kann es aber noch bei der Kartenzahlung im Handel und an Tankstellen geben: Rund ein Drittel der Händlerterminals akzeptiere die Karten mit dem fehlerhaften Chip nicht, so der Sparkassen-Mitarbeiter: „Diese Probleme werden durch ein Update der betroffenen Terminals gelöst.“ Bis Montag nächster Woche solle wieder eine hundertprozentige Funktionsfähigkeit hergestellt sein. „Darüber hinaus ist empfehlenswert, im üblichen Umfang Bargeld mitzuführen, um notfalls bar bezahlen zu können“, sagt Göbel. Kunden, die wegen fehlerhafter Karten gezwungen sind, bei anderen Banken Geld abzuheben oder sich Beträge bar auszahlen zu lassen, sollen nicht für die dabei entstehenden Extrakosten aufkommen. „Für die Bargeldversorgung entstehen unseren Kunden in diesen Tagen keine zusätzlichen Kosten. Sofern ein Austausch von Karten notwendig werden sollte, wird dies kostenfrei geschehen“, betont Göbel.Schließlich hat der Banker einen Rat für die Waldeck-Frankenberger Hoteliers parat: „Alle Gäste sollten rechtzeitig vor Abreise gebeten werden, die Funktionsfähigkeit der Karten am Hotel-Terminal zu testen, um am Abreisetag einen reibungslosen Ablauf sicherstellen zu können.“

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