Waldeck-Frankenberg

Wertvolle Geschenke im Gepäck

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- Korbach (resa). Schwer bepackt machten sich die drei Weisen aus dem Morgenland vor rund 2000 Jahren auf den Weg nach Bethlehem. Heute erinnern vor allem die katholischen Christen im Landkreis an ihre Ankunft im Stall. Im Gepäck hatten sie wertvolle Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Unzählige Figuren stehen in der großen Krippe bei Dechant Gisbert Wisse im Wohnzimmer. In unterschiedlichen Formen, Farben und Materialien erzählen sie die Weihnachtsgeschichte. Im fernen Esszimmer machen sich unterdessen drei weitere Gestalten auf den Weg zur Krippe: die drei Weisen aus dem Morgenland. Heute morgen dürften sie ihr Ziel in Wisses Wohnzimmer dann erreicht haben. Denn pünktlich zum Dreikönigstag erzählen sie von den Sterndeutern, die sich, geführt von einem Stern, auf den Weg machten, um dem Messias Geschenke zu bringen.

Viele Kinder im Landkreis wie Marc, Marian Felix, Lisa und Mirco (v.l.) machen es ihnen nach und starten am Sonntag ihren Gang zu den Haustüren. Während sie mit Spendendose, Stern und Kreide bepackt sind, hatten die drei Weisen aus dem Morgenland Gold, Weihrauch und Myrrhe im Gepäck. Der Wert des Goldes erschließt sich für jeden Betrachter auf den ersten Blick (wir berichteten in unserer Weihnachtsausgabe). Weihrauch und Myrrhe aber dürften zuweilen als eigenartige Geschenke empfunden werden. Zu Unrecht, wie Gisbert Wisse, Dechant im Pastoralverbund Korbach und Kräuterfachfrau Hiltrud Evers wissen. Weihrauch in der Kirche „Für uns hat Weihrauch bis heute eine besondere symbolische Bedeutung“, erklärt Wisse. In Festgottesdiensten werden Altar, Heilige Schrift oder Krippe mit Weihrauch inzensiert, also beräuchert.

„Der Weihrauch ist ein Symbol für die Bitten und Anliegen, mit denen die Menschen zu Gott kommen“, sagt der Dechant und erinnert an Psalm 141. Dort heißt es: „Mein Gebet steige zu dir auf, wie Weihrauch vor dein Angesicht“. Mit dem Weihrauch, den die Messdiener auf Kohlen erhitzen und dessen Dampf sie dann mit einem Weihrauchfaß verströmen, lassen die Katholiken und die Orthodoxen Christen ihre Gebete zum Himmel steigen. „Das Gold der Sterndeuter symbolisiert den König, der Weihrauch Gott und die Myrrhe den Menschen“, erinnert Gisbert Wisse an eine alte Weisheit. Weil Weihrauch deswegen auch als Verehrung Gottes gedacht sei, würden nur ausgewählte Gegenstände beräuchert.Doch nicht nur in der katholischen Liturgie, sondern auch in der Heilkunde spielt Weihrauch bis heute eine Rolle.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Donnerstag, 6. Januar

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