Arbeitslosenquote in Waldeck-Frankenberg sinkt auf 4,5 Prozent

Wieder weniger Arbeitslose

Waldeck-Frankenberg - Ein Sommermärchen? Die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Waldeck-Frankenberg ist im Juni erneut gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr waren 221 Menschen weniger ohne Job. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,5 Prozent.

Auf den ersten Blick geben die Zahlen Grund zur Euphorie: Waldeck-Frankenbergs Arbeitsmarkt brummt in diesem Sommer. 3890 Menschen sind im Landkreis arbeitslos gemeldet, 89 weniger als im Vormonat und 221 weniger als vor Jahresfrist. Die Juni-Arbeitslosenquote ist damit so niedrig wie seit 1998 nicht mehr. Im gesamten Bezirk der Korbacher Agentur für Arbeit, der auch den Schwalm-Eder-Kreis umfasst, sind aktuell 8711 Jobsuchende gemeldet, die Quote liegt bei 4,7 Prozent.

Kemper: „So rosig ist die Lage nicht“

Seit Monaten ist die Arbeitslosenquote im Landkreis ungebremst auf Talfahrt. Ein Sommermärchen? Uwe Kemper, Leiter der Agentur für Arbeit, schränkt ein: „Nein, ganz so rosig ist die Lage nicht.“ Zwar seien tatsächlich die Arbeitslosenzahlen deutlich gesunken, das sei aber vor allem der saisonüblichen Frühjahrsbelebung geschuldet.

Auch die Zahl die Jobofferten ist nach wie vor hoch mit 1002 offene Stellen, davon 413 neu gemeldet. Aber: „Oftmals klaffen Bewerber- und Stellenprofil weit auseinander“, sagt Kemper. Arbeitgeber müssten ihre Ansprüche senken und Bewerber ihre Qualifikationen ausbauen. Das Ziel zu erreichen, erfordere Zugeständnisse und Anstrengungen von beiden Seiten. Dabei helfe die Korbacher Agentur mit Beratung, Förderung und Finanzierung.

Bei der Zahl der vom Kreisjobcenter betreuten Arbeitslosen ist ein Rückgang um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. „Das ist eine positive Entwicklung“, sagt Otto Richter, Bereichsleiter Markt und Integration. Aktuell erhalten 2492 Menschen Arbeitslosengeld II. Das Jobcenter hat dabei 100 Personen mehr (16 Prozent) in Arbeit vermittelt als im Vorjahr. Die Branchen mit der größten Nachfrage nach Arbeitskräften sind laut Richter Zeitarbeit und verarbeitendes Gewerbe, Gastgewerbe, Gesundheitswesen sowie Logistik.

Insgesamt profitieren vom Frühjahrsaufschwung besonders Frauen und Ältere über 50 Jahre. Viele Langzeitarbeitslose nutzten ebenfalls ihre Chance, allein in der Zuständigkeit der Arbeitsagentur sank die Zahl um 18,1 Prozent gegenüber Juni 2014. Dagegen sind 114 Ausländer mehr ohne Job (10,9 Prozent) als noch vor einem Jahr. In der Zuständigkeit des Jobcenters stieg die Zahl der Zuwanderer um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Fehlende Deutschkenntnisse seien bei der Vermittlung in den Arbeitsmarkt zunächst ein Hindernis, entsprechende Sprachkurse dauerten ein halbes Jahr, erklärte Richter. Und auch die Anerkennung der ausländischen Abschlüsse ziehe sich oftmals hin.

Von Lutz Benseler

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