Naturfotograf Gerhard Kalden gelingt seltene Aufnahme

Wildkatze mit Kamera erwischt

Gelungene Aufnahme: Diese Wildkatze kam im Forstamtsbezirk Frankenberg unerwartet vor die Linse des Naturfotografen. Foto: Gerhard Kalden

Waldeck-Frankenberg. Die scheue Wildkatze kommt wieder flächendeckend im Forstamtsbezirk Frankenberg vor. Einige Fotobelege von einer Wildkatze erbrachte Naturfotograf Gerhard Kalden im Laufe der Jahre bei Haina/Kloster, im Elbrighäuser Grund und bei Buchenberg.

Eine besonders gelungene Aufnahme glückte ihm jedoch am 14. Februar, als er in Absprache mit dem zuständigen Jagdaufseher im Westteil des Forstamtsbereiches Frankenberg hinter einem Tarnnetz versteckt am Boden ansaß, um Wild zu fotografieren. Er hatte am Ende seines Ansitzes bereits das Tarnnetz abgebaut, als er gegen 17.20 Uhr eine Wildkatze bemerkte, die auf ihn zu pirschte. Es gelang ihm, unbemerkt und unerwartet von der scheuen Katze, mit einem starken Teleobjektiv aus geringer Entfernung sein Wunschmotiv, die Wildkatze, Format füllend zu fotografieren und damit ihre Anwesenheit zu dokumentieren. Die Wildkatze war nicht immer ein gern gesehener Gast. Im Sinne des jeweiligen Zeitgeistes und aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse um 1930 war sie verfemt und wurde gnadenlos bis an den Rand der Ausrottung bejagt. Das ist kaum verwunderlich, wenn man in Brehms Tierleben, einem Standardwerk von 1929, liest: „Größeren Tieren springt sie auf den Rücken und zerbeißt ihnen die Schlagader des Halses. Angeschossen springt sie schnaubend auf den Jäger los. Ihre spitzen Krallen haut sie fest ins Fleisch, besonders der Brust, dass man sie fast nicht losreißen kann.” Seit 1934 streng geschützt Bekannt ist, dass der heimliche Bewohner der Wälder unserer Mittelgebirge weitgehend verschwunden war. Ein Ansatz von Naturschutz liest sich in Brehms Tierleben von 1929 wie folgt: „Die Wildkatze geht in vielen Gebieten Deutschlands ihrer Ausrottung entgegen. Sie verdient aber, als wichtiges ,Naturdenkmal’ vor dem Untergang bewahrt zu werden.” Dass die Wildkatze heute in vielen Waldgebieten des Kreises, einschließlich Nationalpark Kellerwald-Edersee, wieder heimisch geworden ist, zeigen Todfunde am Straßenrand, wie der erste körperliche Nachweis einer Wildkatze im Kreis am 14. August 1999 im damaligen Forstamt Hatzfeld. Indirekte Nachweise ihrer Anwesenheit gelangen mittels Lockstoff-Pfählen, an denen Katzenhaare gefunden wurden. Aus diesen wird DNA isoliert, um sie einer Wildkatze zuzuordnen. Als sich eine Wildkatze an einem solchen Lockstoff-Pfahl rieb, wurde am 9. März 2009 erstmals im Nationalpark mit Fotos einer Fotofalle deren Anwesenheit nachgewiesen. Immer wieder gelingen nicht nur Jägern auch Sichtbeobachtungen. Der Höhepunkt ist ein gutes Naturfoto. Ein solches konnte ein Jäger nicht erbringen, unter dessen Ansitz in der Breiten Struth eine Wildkatze mit ihren Jungen spielte, weil er seine Kamera nicht bei sich hatte. (zqa)

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