Zahl der Arbeitslosen steigt im Landkreis deutlich an

Winterstress auf dem Arbeitsmarkt

Waldeck-Frankenberg - Die Zahl der Arbeitslosen ist zu Beginn des Jahres deutlich gestiegen. Wie die Agentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte, waren im Januar 4725 Personen arbeitslos gemeldet, 624 mehr als im Vormonat und nur 31 weniger als im Januar 2012. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit von 4,8 (Dezember 2012) auf 5,6 Prozent.

Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit von 4,8 Prozent im Dezember vergangenen Jahres auf nunmehr 5,6 Prozent im Landkreis. Im gesamten Agenturbezirk, der auch den Schwalm-Eder-Kreis umfasst, liegt sie bei 5,5 Prozent (siehe Grafik).Hessenweit landet Waldeck-Frankenberg damit auf einem guten Mittelfeldplatz. Nur vier Bezirke haben niedrigere Quoten, sechs hingegen zum Teil deutlich höhere. Der Landesdurchschnitt liegt mit 6,1 Prozent ebenfalls höher.

Häufiger Absatzprobleme

Ähnlich turbulent wie das Wetter stelle sich der regionale Arbeitsmarkt dar, beschreibt Uwe Kemper, Leiter der Agentur für Arbeit Korbach, die aktuelle Lage. Dass die Zahl der Arbeitslosen mitten in der Wintersaison ansteige, sei üblich. Wer einem sogenannten Außenberuf nachgeht, muss auf anhaltend frostfreies Wetter warten. Für Winterstress auf dem Arbeitsmarkt sorgen jedoch die Vorboten nachlassender Konjunktur.

Auf Absatzprobleme reagierten vor allem Betriebe im verarbeitenden Gewerbe, erklärt Kemper. Befristete Arbeitsverträge werden nicht verlängert. 77 Unternehmen, vor allem im Schwalm-Eder-Kreis, melden wieder Kurzarbeit an.

Sorge bereitet Kemper vor allem der rapide Rückgang an gemeldeten, offenen Stellen. Nur 258 Offerten gingen im Januar ein, 12,5 Prozent weniger als im Vormonat und sogar 31 Prozent weniger als vor einem Jahr. Auch der Bestand an freien Arbeitsplätzen liegt mit 605 Stellen deutlich unterhalb des Vorjahresniveaus. Hier ist ein Rückgang von knapp 20 Prozent zu verzeichnen. Im Vergleich zum Dezember 2012 stieg der Bestand allerdings leicht an, um 6,5 Prozent. Dies entspreche zwar dem landesweiten Verlauf, deute aber auch eine „Verschnaufpause“ in der bis zum Herbst anhaltenden Aufwärtsentwicklung an. „Wir müssen beobachten, ob sich das trotz der momentanen Beruhigung der Eurokrise dann auch während der üblichen Frühjahrsbelebung weiter fortsetzt“, betont Kemper.

Um Arbeitslose in einen festen Job zu vermitteln, helfen oft Umschulungen, Praktika oder Weiterbildungen, aber auch Mobilitätszuschüsse. Dafür stehen der Arbeitsagentur und dem von Reinhold Lohmar geführten Jobcenter Waldeck-Frankenberg in diesem Jahr rund sechs Millionen Euro zur Verfügung.

Viele Jugendliche betroffen

„Mehr Arbeitslose im ersten echten Wintermonat, das war absolut zu erwarten“, resümiert er. Nicht saisonüblich sei jedoch, dass vor allem Jugendliche betroffen sind. Binnen eines Monats stieg die Zahl der 15- bis 25-Jährigen ohne Job um 26,5 Prozent, von 495 im Dezember auf 626 im Januar. Zudem erhöhe sich die Dauer der Arbeitslosigkeit im Einzelfall, konstatiert Kemper. Eine abgeschlossene Ausbildung und die Bereitschaft, einen neuen Job auch in einiger Entfernung anzutreten, „sind die besten Voraussetzungen, um nicht oder nicht lange arbeitslos zu werden“, so der Agenturchef.

Die Rahmenbedingungen im Landkreis stellen laut Kemper ebenfalls einen gewissen Schutz vor der konjunkturellen Flaute dar: „Der breite Branchenmix puffert vieles ab, die Klein- und mittelständischen Betriebe, vor allem im Handwerk, bringen viel Stabilität in den Arbeitsmarkt.“ Positive Nachrichten kämen zudem aus der wachsenden Einzelhandelsbranche. Dort würden immer häufiger Minijobs durch Teilzeit-Arbeitsverträge mit bis zu 30 Stunden Kontingent ersetzt.

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