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Internet in Seniorenheimen: WLAN ist oft auch im Zimmer verfügbar

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Von: Philipp Daum

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Online im Seniorenheim: „Tablets werden immer beliebter“, sagt Christian Peter, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Frankenberg.
Online im Seniorenheim: „Tablets werden immer beliebter“, sagt Christian Peter, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Frankenberg. © Uli Deck/DPA

Videoanrufe über Skype, Online-Einkäufe oder Social Media: Laut einer vom Bundesseniorenministerium geförderten Studie ist mittlerweile auch jeder dritte über 80-Jährige in Deutschland online unterwegs.

Waldeck-Frankenberg - Doch wie sieht es diesbezüglich in den Seniorenheimen in Waldeck-Frankenberg aus? Unsere Zeitung fragte bei einigen von ihnen nach. Das Ergebnis: In den meisten Fällen stellen die Heime ihren Bewohnern kostenfreies WLAN in den Zimmern zur Verfügung.

„Wir bieten überall in unseren Einrichtungen kostenloses WLAN für die Bewohnerinnen und Bewohner an. Die Bandbreite ist darauf begrenzt, was durch die Telekommunikationsanbieter zur Verfügung gestellt wird“, berichtet Pfarrer Oswald Beuthert. Der Geschäftsführer der in Bad Arolsen ansässigen Diako Waldeck-Frankenberg gGmbH weist darauf hin, dass die WLAN-Bereitstellung zur Grundausstattung aller Neubauten gehöre.

Auch in den Bestandsbauten sei WLAN nachgerüstet worden. Zu Diako gehören die Altenpflegeheime Helenenheim in Arolsen, das Schwester Lisa Bergmann Haus in Adorf, das Landeshospital Flechtdorf, das Altenzentrum Auf der Burg in Frankenberg und das Seniorenheim Zum Weinberg in Asel.

Anders sieht es im Haus am Nordwall in Korbach aus. Dort sind nicht alle Zimmer der Bewohner mit WLAN ausgestattet. „Im Zuge der Umbauten unserer Wohnbereichsküchen und Aufenthaltsbereiche haben wir dort ein zentrales WLAN eingerichtet – ebenso in der Cafeteria“, sagte Pressesprecherin Claudia Schneider auf Anfrage unserer Zeitung.

Aktuell seien erst einige Zimmer mit WLAN ausgestattet. Dies biete das Haus am Nordwall kostenfrei den Senioren an. „In unserer Tagespflege Haus am Kniep steht kostenloses WLAN vollumfänglich zur Verfügung“, so Claudia Schneider.

Kostenfreies WLAN in jedem Bewohner-Zimmer gibt im Haus am Nordwall dagegen aktuell nicht. „Aufgrund der baulichen Begebenheiten ist die Installation von WLAN im gesamten Gebäude schwierig, da viele WLAN-Spots benötigt werden“, teilt Pressesprecherin Claudia Schneider mit. Erschwert werde die Anlage durch Brandschutzwände und weitere behördliche Vorgaben.

„Diese führen zu hohen Kosten bei der Umsetzung des Vorhabens, für die es leider keine zusätzliche Finanzierung gibt. Dennoch ist es uns ein wichtiges Anliegen. So haben wir die weitere Anbindung der Bewohnerzimmer im Rahmen der Investitionskostenplanung in den nächsten zwei Jahren geplant“, so Schneider.

„In allen unseren Heimen besteht die Möglichkeit für die Bewohner, sich in ihren Zimmern kostenlos ins WLAN einzuloggen“, teilte dagegen Christian Peter, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Frankenberg auf Anfrage mit. Michael Wehmeyer, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Korbach-Bad Arolsen sagte: „Teilweise bieten wir kostenfreies WLAN an, jedoch nicht in allen Einrichtungen, was mit der Bewohnerzusammenstellung begründet ist.“ Im vollstationären Pflegewohnbereich könnten die Bewohner in ihren Zimmern das Angebot kostenfrei nutzen, ebenso in der Pflege-WG.

37 Prozent der über 80-Jährigen sind online

Die vom Bundesseniorenministerium geförderte Studie „Hohes Alter in Deutschland (D80+)“ setzt sich mit der Lebenssituation von Menschen ab 80 Jahren auseinander. Der sechste Bericht der Studie zum Thema „Internetnutzung Hochaltriger“ hat unter anderem gezeigt, dass 37 Prozent der Personen ab 80 Jahren in Deutschland das Internet nutzen. 57 Prozent der Hochaltrigen mit Internetzugang sind täglich online.

Seniorenorganisation fordert bessere digitale Grundversorgung in Altenheimen

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) fordert schon seit 2020, dass Alten- und Pflegeheime eine bessere digitale Grundversorgung erhalten sollten. Digitale Kontakte könnten zwar Besuche von Verwandten und Freunden nicht ersetzen, aber die Corona-Pandemie habe deutlich gemacht, dass sie eine wichtige Ergänzung zu persönlichen Kontakten darstellten.

Die BAGSO ist daher der Meinung, dass jedes Seniorenheim in Deutschland kabelloses Internet für seine Bewohnerinnen und Bewohner zur Verfügung stellen sollte. Zusätzlich müssten die Mitarbeiter in der Pflegeausbildung in ihrer digitalen Kompetenz geschult werden, damit sie den Bewohnern beim Einstieg ins Internet behilflich sein können.

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