WLZ-Serie "Die Arbeit der Polizei": Umweltsachbearbeitung der Kripo

Helmuth Heine ist Umweltsündern auf der Spur

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Probe aus dem Gewässer: Gibt es den Verdacht, dass ein Gewässer verunreinigt ist, nimmt Helmuth Heine eine Probe und schickt diese an ein Labor. 

Korbach. Der Fall sorgte vor einigen Monaten für Schlagzeilen: Bis zu 15 Kubikmeter Haus- und Sondermüll waren an zwei Orten bei Vöhl und Waldeck illegal im Wald abgeladen worden. Solchen Müllsündern sind Helmuth Heine und seine Kollegen von der Kripo auf der Spur.

Ob die Verschmutzung von Wasser, Erde oder Luft, ob durch Privatpersonen, Betriebe oder Industrie: Das Einsatzgebiet der Umweltsachbearbeitung ist groß. Drei Polizeibeamte im Landkreis kümmern sich um das Themenfeld. Alle größeren Fälle landen auf dem Schreibtisch von Kriminalhauptkommissar Helmuth Heine in Korbach.

Haben sich Zeugen gemeldet oder Heines Kollegen auf Streife etwas beobachtet, wird der Kriminalhauptkommissar aktiv. Mal geht es um Immissionen aus einem Industrieschornstein, die für Schmutz auf parkenden Autos sorgen, mal um haufenweise illegal entsorgte Autoreifen im Wald, dann wieder um nicht korrekt entsorgte, mit Asbest belastete Dachplatten.

Mit einem Tester-Kit ausgerüstet macht sich Heine dann auf den Weg, nimmt Proben aus Gewässern oder dem Boden, oder greift auf die Daten von Messstationen zurück, wenn es um Luftverschmutzung geht. Stets mit dabei: die richtige Kleidung. Gummistiefel, Anzug, aber auch Helm und Mundschutz.

Mit dem Tester-Kit lässt sich zum Beispiel bei Gewässern schon direkt vor Ort sagen, ob eine Belastung vorliegt. Unter anderem könnten so Pestizide nachgewiesen werden. Eine Probe – mit Teleskopstab und daran befestigtem Becher – wird dennoch immer genommen. Die geht ans Labor des Landeskriminalamts in Wiesbaden zur genaueren Untersuchung.

Bei Verkehrsunfällen, Einbrüchen oder Gewalttaten wird die Polizei gerufen. Doch die Beamten leisten mehr als das, was nach außen hin sichtbar ist. In einer Serie blicken wir hinter die Kulissen der Polizei im Landkreis und stellen unterschiedliche Aufgabenfelder vor. Heute: Umweltsachbearbeitung.

Die unterschiedlichsten Behälter hat Heine immer dabei, wenn er zu einem Tatort fährt. Säurehaltige Flüssigkeiten, die getestet werden müssen, könne man nicht in eine Kunststoffflasche füllen, dafür gebe es dann Glasbehälter, sagt Heine.

Das Schwierigste an Heines Job? Die Ermittlung des Verursachers. Diese würden meist denken, sie seien unbeobachtet, sagt Heine. Doch Zeugen gibt es immer wieder. Das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung sei hoch, sagt der Polizist. Das hat auch dazu beigetragen, den Umweltsünder zu ermitteln, der bei Vöhl und Waldeck für die Verschmutzung gesorgt hatte.

Ein Spaziergänger hatte Fotos gemacht und sich bei der Polizei gemeldet. Die stieß nicht nur auf Geschäftspapiere des Verursachers. Auch Reifenspuren führten zu dem Müllsünder, berichtet Heine. Der Verursacher musste den Unrat mittlerweile fachgerecht entsorgen. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren eingestellt und an die Ordnungsbehörde weitergeleitet, der Täter muss wahrscheinlich eine Strafe zahlen.

Unterstützt von Behörden

Oftmals ist Helmuth Heine nicht allein zu Tatorten unterwegs, sondern mit Unterstützung beispielsweise durch die Untere Wasserbehörde oder die Feuerwehr, die mit speziellen Geräten anrückt.

Nicht nur öffentliche Gewässer oder größere Betriebe und Unternehmen hat Heine im Blick, sondern auch Privatpersonen. Entferne jemand alte Wellbetonplatten von seinem Dach, müssten die in der Regel von einem lizenzierten Betrieb entsorgt werden, da sie oft mit Asbest belastet seien, gibt er ein Beispiel. Nicht einmal Moos dürfe man einfach so von diesen Dächern entfernen. Da müsse sich jeder Eigentümer vor geplanten Arbeiten schlau machen.

Auch alte Autos, die auf Wiese oder Straße abgestellt wurden, schaut sich Heine immer mal an. Schließlich könnten Betriebsstoffe auslaufen und im Grundwasser versickern. Das wäre dann ein Schaden für alle.

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