WM-Affäre auch bei Waldecker Fußballern ein großes Thema

"Es geht nur noch um Kohle und Macht"

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Die Fußball-WM 2006 bescherte ein "Sommermärchen" in Deutschland. Die Affäre um Geldzahlungen vor der Vergabe der WM bringt den Deutschen Fußballbund in Misskredit. (Archivfoto: Worobiow)

Korbach. Der Skandal um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ist längst nicht ausgestanden. Das Thema sorgt rund um die heimischen Fußballplätze für viele Debatten.

Was bleibt vom deutschen „Sommermärchen“? Hat die Affäre des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), inklusive Rücktritt des Präsidenten Wolfgang Niersbach auch Auswirkungen auf die Amateure? Die Suche nach Antworten beschäftigt auch die heimischen Spieler und Funktionäre. „Die Stimmung an der Basis ist gegenüber der Fifa und dem DFB derzeit sicherlich nicht prickelnd“, sagt Peter Bauschmann. Gleichzeitig glaubt der Waldecker Kreisfußballwart nicht an negative Folgen für seinen Beritt. „Die Menschen können schon zwischen der Arbeit in den großen Verbänden und dem reinen Amateurfußball unterscheiden – und das beruhigt mich sehr.“ Die Einschätzung wird auch auch von Spielern bestätigt. „Wir haben noch nicht wirklich drüber gesprochen“, erzählt etwa Christoph Keindl, Kapitän des Verbandsligisten SC Willingen, dass das Thema innerhalb des Teams nicht viel Raum einnimmt. Es scheint ein Indiz dafür zu sein, wie weit die höchsten Vertreter des deutschen Fußballs offensichtlich entrückt sind. „Sie müssen eigentlich gewährleisten, dass es um den Sport geht, aber es geht nur um Kohle und Macht“, bemängelt Norbert Henkler, Vorsitzender von Gruppenligist SSG Ense/Nordenbeck, das fehlende Schamgefühl. „Die Funktionäre machen alles kaputt.“ Nicht kaputt machen lassen wollen sich alle die eigenen Erlebnisse zur WM 2006. „Ich sehe es immer noch als gelungene Veranstaltung“, erinnert sich Kreisjugendfußballwart Joachim Schmolt an die „geniale Atmosphäre“ damals. „Die WM ist ja immerhin auf dem grünen Rasen entschieden worden“, ergänzt Bauschmann, insofern gebe es zumindest am sportlichen Ausgang nichts zu kritisieren. (Manfred Niemeier)

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