Landratswahl: Fragen an die Kandidaten – Demographischer Wandel

Wie wollen Sie den ländlichen Raum stärken ?

Waldeck-Frankenberg - Am kommenden Sonntag, 5. Juli, ist Landratswahl. Gegenüber stehen sich Amtsinhaber Dr. Reinhard Kubat (SPD) und Herausforderer Karl-Friedrich Frese (CDU), Bürgermeister in Bromskirchen. Beiden stellen wir Fragen zu Schwerpunktthemen im Landkreis – heute zum demographischen Wandel.

Reinhard Kubat:

Der in den letzten Jahren so häufig benutzte Begriff des demographischen Wandels hat für mich seinen Schrecken verloren. Dieser Wandel ist kein unveränderbares Naturgesetz. Aus diesem Grund müssen wir gemeinsam mit der Wirtschaft gute Rahmenbedingungen für den Arbeitsmarkt schaffen. Gegenwärtig sind die Zahlen schon richtig gut, auf die Zahl der neu geschaffenen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze können wir stolz sein: Es waren fast 2000 in den beiden letzten Jahren. Ich werde deshalb auch weiter in die Infrastruktur investieren. Dazu zählen familienfreundliche Betreuungsangebote für die Kinder ebenso wie modern hergerichtete und ausgestattete Schulen. Aber auch der Straßenbau und eine intelligente Verknüpfung des Individualverkehrs mit dem ÖPNV sind zentrale Schnittstellen für Attraktivität. Der Internetausbau ist ohnehin eines der wichtigsten Themen der letzten Jahre. Schon jetzt sind wir in der Umsetzung der Strukturprogramme wie „Dorferneuerung“ und „Ländliche Entwicklung“ hessenweit mit vorne. Ziel dieser Programme ist dabei nicht nur die rein bauliche Aufwertung der dörflichen Strukturen, sondern auch die positive Begleitung des Ehrenamtes und Stärkung der Eigenverantwortung unmittelbar vor Ort. Unsere Gesellschaft ist unabdingbar auf dieses Prinzip der Freiwilligkeit angewiesen.

Karl-Friedrich Frese:

Unsere Dörfer und Städte haben Zukunft, wenn sie so weit wie möglich auf den Erfindungsreichtum und die Potentiale vor Ort setzen können. Die beste Förderung für den ländlichen Raum geht immer von den aktiven Bürgerinnen und Bürgern aus, unterstützt von den Städten und Gemeinden. Sie wissen am besten, wie sich unsere Dörfer im demografischen Wandel individuell entwickeln können. Diese Energien gilt es ideell zu unterstützen und im Rahmen der vom Landkreis mitverwalteten Fördermittel des Landes und der EU.Wichtig ist für die Menschen und die Betriebe in Waldeck-Frankenberg der schnellstmögliche Ausbau der Breitbandversorgung für schnelles Internet. Hier möchte ich aus dem lahmen Nordhessenprojekt aussteigen und eine eigenständige und flexible Lösung für Waldeck-Frankenberg mit unserem heimischen Energieversorger Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) auf den Weg bringen. Wir brauchen die guten Internetanbindungen zeitnah – und nicht erst 2020 oder danach. Ich werde dem Straßenbau wieder hohe Priorität einräumen, denn unsere Straßen sind die Lebensadern der Region. Die Umgehungsstraßenprojekte werde ich nicht beobachten, sondern aktiv vorantreiben. Und für Kreisstraßen werden die Investitionsmittel wieder auf das Niveau vor der Amtszeit von Dr. Kubat angehoben. (jk)

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