Waldeck-Frankenberg

Würste heimischer Fleischer getestet

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- Waldeck-Frankenberg (nv). Hat das Wiener Würstchen Streifen? Wie riecht die Leberwurst? Wie streng schmeckt die Blutwurst? Bei der „Freiwilligen Selbstkontrolle“ der Fleischer-Innung Waldeck-Frankenberg am Donnerstag in Korbach ging es für die heimischen Fleischer um die Wurst.

„Gerade in Zeiten immer wieder vorkommender Lebensmittelskandale­ ist es besonders wichtig, den Verbrauchern mit Offenheit und Transparenz zu begegnen“, betont Gerhard Brühl, Geschäftsführer der Kreishandwerker­schaft, und lobt das Instrument der „Freiwilligen Selbstkontrolle“ (FSK). In regelmäßigen Abständen lassen die heimischen Fleischer die Qualität ihrer Produkte nicht nur von Experten, sondern auch von Verbrauchern testen – denn der Kunde ist König und Deutschland nach Angaben des Fleischerverbandes Hessen mit mehr als 1500 Sorten „Weltmeister bei der Wurstvielfalt“. Rund 100 verschiedene Sorten, vom Standard bis zur regionalen Spezialität, erhalte der Verbraucher in seinem Fleischer-Fachgeschäft. Da Vielfalt verführt, verzehrt ein Deutscher im Jahr durchschnittlich 30 Kilogramm Wurst.

Welche Wurst aus dem heimischen Handwerksbetrieb das Zertifikat „Qualitätsprodukt aus Hessen“ verdient hat, darüber entschieden Fachleute und Verbraucher im Berufsbildungszentrum der Kreishandwerker­schaft (KH). Der Einladung von Innung und Landesverband folgten 26 Betriebe aus Wal­deck-Frankenberg. „Jedem steht es offen, wie viele und welche Sorten er testen lässt“, berichtet KH-Abteilungsleiterin Silke Nagel. 100 Sorten Wurst tischten die Verantwortlichen den Prüfern auf.

Auf dem Weg zum Qualitätssiegel werden alle anonymisierten Proben laut Obermeister Hans-Georg Schneider (Bottendorf) dreifach geprüft: Gekonnt seziert Dr. Ernst Kaltwasser ein Wiener Würstchen. Hat die Haut Streifen? Ist es von Knorpel durchsetzt? Wie riecht es? – Diese und ähnliche Fragen beantwortet der Fleischerei-Experte mithilfe von Augen, Nase und Geschmackssinn. Aufgabe von Kaltwasser und seinen Kollegen ist es, die fachlichen Aspekte Aussehen, Zusammensetzung, Konsistenz, Geruch und Geschmack zu bewerten. Die Männer in den weißen Kitteln kommen aus dem Fleischerhandwerk. Unterstützt werden sie in Korbach von Bettina Elsner, Leiterin des Fachdienstes Lebensmittelüberwachung, Tierschutz und Veterinärwesen im Kreishaus. „Hier gibt es nichts zu bemängeln“, urteilt Kaltwasser schließlich über das Wiener Würstchen.  

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Freitag, 25. Februar

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